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In Küchen im Hochsauerlandkreis geht es meist sauber zu

16.10.2012 | 12:38 Uhr
Ein verwesendes, mit Fliegen und Maden übersätes Stück Fleisch. Gegen solche Hygienesünden geht die Lebensmittelüberwachung im Hochsauerland vor.Foto: WAZ FotoPool

Meschede.   Lebensmittelbetriebe, Landwirte, Imbissbuden und Seniorenheime - 2944 Betriebe werden regelmäßig im Hochsauerlandkreises kontrolliert. Dabei erinnert sich Dr. Norbert Alberter von der Lebensmittelüberwachung an einen Fall, der einfach „ekelhaft“ war.

Milchprodukte? Risiko. Altbau? Risiko. Kein Fliegengitter an den Fenstern? Risiko. Kein Waschbecken in der Nähe? Risiko. Schmuddelige Kleidung des Personals? Risiko. Nach solchen Kritikpunkten stuft die Lebensmittelüberwachung des Hochsauerlandkreises die insgesamt 2944 heimischen Betriebe ein. Wichtig ist dabei auch ein gewisser Erfahrungswert, gibt Dr. Norbert Alberter von der Veterinär- und Lebensmittelüberwachung zu: „War jemand schon immer ein ‘Ferkel’ oder stets vorbildlich sauber?“

Die Überwachung der Lebensmittelbetriebe fängt bei den Landwirten an und führt über die Imbissbuden bis zur Küche im Seniorenheim. Dabei geht es nicht nur um Sauberkeit, sondern auch um die Bausubstanz, Ausstattung und Mitarbeiter. Nach diesen Risikopunkten ergibt sich, wo die fünf Lebensmittelkontrolleure alle 14 Tage oder nur alle drei Jahre nach dem Rechten schauen. „In der Regel kommen wir ein bis zwei Mal im Jahr vorbei“, erklärt Dr. Alberter. Er koordiniert die Einsätze. Im Durchschnitt sind es 4000 Kontrollen im Jahr - krankheitsbedingt waren es 2011 nur 3390 Besuche.

Frische Verschmutzungen sind nicht zu vermeiden

Unangekündigt stehen die Mitarbeiter vor der Tür und sorgen für Aufregung selbst bei Leuten, die nichts zu befürchten haben. Ist doch mal etwas nicht in Ordnung, wird unterschieden: Geringfügige Mängel sind zum Beispiel Lücken in der Dokumentation der Kühltemperatur, schwerwiegende Mängel sind Probleme bei der Hygiene. Wobei man da auch genau hinschauen müsse: „Die Chinesen kochen zum Beispiel fast den ganzen Tag und vor allem viel mit Fett - frische Verschmutzungen sind da nicht zu vermeiden. Alter Dreck ist aber nicht akzeptabel.“

Die Lebensmittelskandale

Der schlimmste Fall, den Dr. Alberter je erlebt hat, war in einer Bäckerei mit Schädlingsbefall. „Das war einfach ekelhaft“, erinnert er sich. Damals musste die Bäckerei geräumt werden und ein professioneller Schädlingsbekämpfer ran. In Betrieben, die es mit der Hygiene nicht so genau nehmen, ordnen die Kontrolleure Feierabend und anschließendes Putzen an. Wenn bei der erneuten Kontrolle ein paar Stunden später oder am nächsten Tag alles wie gefordert ist, darf der Betrieb weiterlaufen. Eine Geldbuße ab 35 Euro aufwärts wird trotzdem fällig. „Das Höchste waren mal 2000 Euro“, so Dr. Alberter. Betriebe, die wiederholt auffallen und uneinsichtig sind, könne man mit Bußgeldern wirtschaftlich treffen. „Aber das sind absolute Einzelfälle. Unser Ziel ist es, möglichst schnell einen vernünftigen Betrieb, der sichere Lebensmittel produziert, herzustellen.“

Das Niveau der Betriebe im HSK sieht er positiv: „Hier in der ländlichen Region sind viele Betriebe noch inhabergeführt. Da kann das Geld statt in die teure Pacht ins Personal und in Renovierungsarbeiten gesteckt werden.“

Katja Gohsmann



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