Ideen für weiteres Textilfestival

Lange und intensiv haben Schmallenberger Bürger und auch Gäste über das kulturelle Leben in der Stadt gesprochen. Das Ergebnis: Sie wünschen sich eine Fortsetzung der „Textile“, allerdings sollten beim nächsten Mal auch die Ortsteile eingebunden werden.
Lange und intensiv haben Schmallenberger Bürger und auch Gäste über das kulturelle Leben in der Stadt gesprochen. Das Ergebnis: Sie wünschen sich eine Fortsetzung der „Textile“, allerdings sollten beim nächsten Mal auch die Ortsteile eingebunden werden.
Foto: Anike Engels
Was wir bereits wissen
Dialogrunde „Schmallenberg spinnt … neue Fäden“ stellt Bezug der Schmallenberger zu ihrer Stadt in den Fokus.

Schmallenberg..  Ideen für die Zukunft Schmallenbergs haben Bürger in der Valentinschule gesponnen. Kulturschaffende und -interessierte haben in einer Dialogrunde lange und intensiv über ihr Leben in Schmallenberg gesprochen – ob als Heimat oder Zwischenstation. Schnell entstanden dabei Ideen für eine Fortführung der Textile, Schmallenbergs erstem Textilfestival, zu dem auch die Dialogrunde mit dem Titel „Schmallenberg spinnt … neue Fäden“ gehörte.

Zuhause in der Textilhochburg

Nachdem der Ton der Klangschale verklungen war, wechselte ein „Redestein“ die Hände. Der weit verbreitete Tenor: Für die meisten bedeutet Schmallenberg Heimat. Und zwar unabhängig davon, ob sie hier geboren wurden und die Stadt nie verlassen haben, nach einigen Jahren in Großstädten zurückkehrten oder vor 30, fünf oder erst vor zwei Jahren zugezogen sind.

Die Geschichte Schmallenbergs als ehemalige Textilhochburg verbindet die Bürger. Die Textilgeschichte haben sie in der Schule gelernt, in den Ferien haben sie bei Falke gejobbt oder waren wegen einer Stelle in der Textilindustrie überhaupt erst nach Schmallenberg gezogen.

Kulturelles Leben ankurbeln

Was Schmallenberg von anderen Städten unterscheidet? „Hier haben die Leute nicht nur fünf Paar Socken zu Hause, sondern ganze Sockenlager“, sagt Roman Schauerte, Kameramann aus Grafschaft. Auch die Besucher aus Dortmund und Hamburg empfinden Schmallenberg als Ort von Geschichte, Tradition und starken menschlichen Bindungen. „Schmallenberg liegt am Ende der Welt, aber nicht im Negativen. Es ist eine Zauberwelt in der zugleich ganz viel passiert“, urteilt Ina Rickers, Künstlerin aus Hamburg.

Wie viel und wie schnell etwas in Schmallenberg passiert, nehmen die Teilnehmer sehr unterschiedlich wahr. Für die Einheimischen finden Veränderungen in Schmallenberg langsam und schleppend statt. Es gebe immer wieder gute Ideen, die das Leben hier für viele bereichern könnten – zum Beispiel Rockkonzerte oder Stammtische, die dann aber nicht angenommen würden.

Diejenigen hingegen, die erst seit Kurzem in Schmallenberg wohnen oder beruflich an die Stadt gebunden sind, wie etwa Beate Herrmann, Leiterin der Jugendkunstschule, empfinden die Bedingungen vor Ort als „Nährboden“ für Ideen und Projekte. Mehrere Teilnehmer lobten die Arbeit von Dr. Andrea Brockmann, Leiterin des Kulturbüros, und Beate Hermann ausdrücklich. „Seit sie hier sind, entwickelt sich Schmallenberg in einem wahnsinnigen Tempo“, sagt Christiane Kellersmann vom Kunsthaus „alte mühle“.

Dennoch sei mehr Beteiligung am kulturellen Leben in der Stadt wünschenswert. Mehr Menschen sollen erreicht und eingebunden werden. Für die nächste Textile könnte das bedeuten, die anderen Ortsteile Schmallenbergs einzubinden, möglicherweise eine mobile Textile zu organisieren, die Vereine anzusprechen und gemeinsam Ideen zu finden.