„Ich hatte mir eine Woche Bedenkzeit erbeten“

CDU-Vertreter aus Olpe und Freienohl, hier mit Christoph Weber (Zweiter von rechts).
CDU-Vertreter aus Olpe und Freienohl, hier mit Christoph Weber (Zweiter von rechts).
Foto: Privat
Christoph Weber soll für die CDU als Bürgermeister-Kandidat antreten. Wir haben mit dem neuen Mann im Rampenlicht gesprochen – über Freienohl, seine Entscheidung und über seine Pläne.

Meschede..  Christoph Weber (49) aus Freienohl – mit ihm will die CDU im September als Spitzenkandidat in den Wahlkampf ziehen. Er soll die Nachfolge von Bürgermeister Uli Hess antreten.

Frage: Ab sofort stehen Sie mehr denn je in der Öffentlichkeit. Wie lange haben Sie überlegt, bis Sie sich für die Kandidatur entschieden haben?

Weber: Ich hatte mir eine Woche Bedenkzeit erbeten. Die habe ich genutzt, um mit meiner Familie zu sprechen. Denn ich weiß: Das, was jetzt folgt, ist ein enormer Eingriff ins Familienleben. Ich habe außerdem fünf Geschwister, wir sind eine Großfamilie. Da haben wir diskutiert und alle haben mir signalisiert: Ich soll es machen. Auch Kollegen habe ich zu Rate gezogen. Am Ende stand ein Vorstellungsgespräch vor der Findungskommission der CDU. Das war sehr lang und sehr gut.

Der Wunsch, Bürgermeister zu werden kommt nicht nur plötzlich?

Ich bin sicherlich in den vergangenen Jahren immer mal wieder angesprochen worden, ob ich nicht ein geeigneter Kandidat sei. Darauf habe ich immer geantwortet: Die Zeit ist nicht reif für einen Freienohler. Das war damals so. Seit sechs Jahren haben wir aber eine gemeinsame Basis innerhalb der CDU geschaffen. Ich fühle mich pudelwohl in der Fraktion. Wir Freienohler haben gezeigt: Wir sind eine andere Generation, wir fühlen uns als Mescheder. Das ändert nichts daran, dass ich Freienohl liebe, hier geboren bin und hier ein tolles Haus und eine tolle Familie habe. Ich werde auch hier wohnen bleiben, falls ich gewählt werde.

Der alte Zwist mit Freienohl war auch Thema bei der Kandidatensuche?

Das Thema wurde sicherlich angesprochen. Dazu sage ich: Ich bin seit 40 Jahren Bürger der Stadt Meschede und Quereinsteiger in der CDU. Zu den alten Themen habe ich keinen Bezug.

Was war für Sie der Grund dafür, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren?

Ich mag es, nach Lösungen zu suchen und gemeinsam voranzukommen. Dafür muss man Ausdauer haben. Das sind Eigenschaften, die in meinem Beruf gefragt sind und die auch für die Politik gelten, wenn man Erfolge haben will. Seit sechs Jahren habe ich mich in der CDU engagiert. Das ist für mich die Partei, in der ich etwas bewegen kann.

Zu Ihrem Beruf: Wie sieht Ihre Tätigkeit aus?

Ich habe eine Ausbildung zum Physikalisch-Technischen Assistenten gemacht, dann ein Ingenieurstudium angeschlossen. Danach habe ich als Referent für eine Industrievereinigung in Frankfurt gearbeitet, ich war für Projekt- und Personalführung in einem IT-Unternehmen in Dortmund zuständig, habe mich dann vor 14 Jahren selbstständig gemacht. Ich arbeite überwiegend für Finanzdienstleister, bis hin zur Europäischen Zentralbank. Dafür bin ich sehr viel unterwegs, ich habe buchstäblich Vollbeschäftigung. Warum ich meinen Lebenslauf kurz erläutere: Ich habe mit Top-Unternehmen zu tun und dort wie in der Politik geht es um das Gleiche: Kompromisse und Lösungen finden.

Ist es bei so einer Karriere attraktiv, zu wechseln und Bürgermeister werden zu wollen?

Ich weiß, worauf ich mich einlasse und auch, dass mein Arbeitstag nicht weniger Stunden als bisher haben wird. Das Gehalt eines Bürgermeisters halte ich im Übrigen für durchaus angemessen.

Wie geht es bei Ihnen weiter: Wann hören Sie auf in Ihrem Beruf zu arbeiten, wann beginnt der Wahlkampf?

Ich bin bis Ende Juni vertraglich gebunden, werde aber bereits ab Ostern, vorbehaltlich der Nominierung auf dem Parteitag, meine Tätigkeit als Unternehmensberater immer mehr reduzieren. Zum Wahlkampf stehe ich daher komplett in der Stadt Meschede zur Verfügung.

Welche Ziele haben Sie als Bürgermeister?

Ein Wahlprogramm möchte ich jetzt noch nicht vorlegen. Vorher möchte ich mit den Mitgliedern in den Ortsunionen reden. Eine Bürgermeisterwahl ist zwar eine Personenwahl, aber ich möchte die Themen innerhalb der CDU absprechen. Außerdem möchte ich nicht versprechen, was ich nicht halten kann.

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