Holländer eröffnet nach Jahren als Weltbürger Hotel in Oberkirchen

Hotel Schieferhof
Hotel Schieferhof
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Das Sauerland bietet im Hotelgewerbe das größte Potenzial Europas. Besonders der Schmallenberger Raum. Jedenfalls aus Sicht des Gastronoms und Kosmopoliten Peter de Vos. Er eröffnete mit seiner Frau Silke das Hotel Schieferhof.

Oberkirchen..  Warum wagt sich ein gebürtiger Niederländer ohne konkreten Bezug zum Sauerland an ein Hotel in der Region? „Ich kannte das Sauerland vom Skifahren“, sagt de Vos und lacht. „Aber welcher Holländer tut das nicht?“

Seine Begründung: „Weil das Sauerland eine wunderschöne Gegend ist.“ Die gibt es allerdings auch woanders, und das ist nicht der einzige Grund. Vielleicht hilft ein Blick zurück in die Geschichte des Ehepaars.

Internationaler Spitzenmanager

Studiert hat de Vos Jura und Geschichte, parallel jobbte er in einem Hotel. Zum Ende des Studiums bot ihm der Besitzer einen Job als Manager der Kette an – de Vos sagte zu. „Nach einigen Jahren habe ich gemerkt, dass man wegen der ungewöhnlichen Arbeitszeiten seinen Freundeskreis verliert. Wir wollten zurück ins ,normale’ Leben“, sagt er.

Er ging zu Philips, warf für den Telekommunikationsriesen das erste Handy auf den Markt, „600 Gramm schwer, davon bekam man Rückenschmerzen“, lacht de Vos. Er wechselte zu Bosch, betreute das Fernseh-Geschäft für Blaupunkt in Skandinavien, später die Sparte Elektrowerkzeuge, ließ sich vom Kamerahersteller Olympus für deren Medizingerätebranche als Spitzenkraft abwerben.

„Das machte nicht immer Spaß“, sagt de Vos heute, gemeinsam mit seiner Frau entschied er, aus dem Hobby – Tauchen und Gastronomie – ein Geschäft zu machen. Das Paar gründete ein Resort auf den Philippinen. „Dort wollten wir aber nicht alt werden“, sagt der Weltenbummler. Zehn Jahre waren genug. Das Hotel wird von einem Manager geführt, ab und zu sehen die de Vos’ nach dem Rechten.

„Es sollte wieder Europa werden“, so der Neu-Schmallenberger. Einige Gegenden kamen in Frage: Die Niederlande, Süddeutschland. Und das Sauerland. „Die Region ist zu allen Jahreszeiten attraktiv“, sagt de Vos, im Winter würde er schließlich selbst nicht nach Holland fahren. „Hier ist toller Schnee.“

Bevor sich das Ehepaar für einen Standort entschied, analysierten es den Markt: Was erwartet uns, was gibt es bereits, wie sieht der Wettbewerb aus, was können wir für Resultate erzielen, wo eine Nische finden?

Die Sauerländer Hotellerie haben sie nicht neu erfunden. Was das Hotel Schieferhof anbieten wird, gibt es bereits in anderen Hotels, auch in Schmallenberg, aber im großen Maßstab: Wellness, Sauna, der philippinische Masseur soll noch eingeflogen werden.

„Wir setzen auf klein, aber fein und schnuckelig“, erklärt de Vos. Eine bestimmte Zielgruppe möge es nicht, mit hunderten anderen Gästen im Frühstücksraum zu sitzen. Daher auch der Name: „Das kleine Wohlfühlhotel im Sauerland“.

Familiäres Ambiente

Zudem: Sauerländer wohnen dort, wo andere Urlaub machen, nicht immer ist ihnen das bewusst. „Für den Tourismus ist das Sauerland eine Region mit Zukunft“, glaubt de Vos. Zielgruppe ist ein überregionales und internationales Publikum, nicht mehr ganz jung, auf der Suche nach Entspannung in ganzjährig reizvoller Landschaft.

Der Schieferhof hat nur 13 Zimmer, das Wellnessangebot mit familiärem Ambiente soll ihr „Unique Selling Point“, ihr Alleinstellungsmerkmal werden. „Das bedeutet natürlich viel Fleiß und Arbeit und auch ein bisschen Glück“, de Vos macht sich da keine Illusionen. „Aber das war eine rationale Überlegung: Diese Gegend ist unsere Nummer Eins.“