Hoher Besuch

Wenn es an diesem Wochenende zweimal an der Tür klingelt, dann kommt wahrscheinlich hoher Besuch. Drei Könige stehen vor der Tür und bitten um unsere Gaben.


Im Hintergrund steht die Erzählung aus dem Matthäus-Evangelium Kapitel 2, wonach Weise aus dem Morgenland das Jesuskind in der Krippe besucht haben. Vom Stern geleitet kommen sie zum Stall und bringen Geschenke mit: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Vielleicht sind es deshalb drei geworden, damit jeder ein Geschenk trägt und aus den Weisen wurden Könige. Sie haben sogar Namen bekommen: Caspar, Melchior und Balthasar. Aber vielleicht sollte Caspar in diesem Jahr lieber Charlie heißen. Diese Könige sind nicht nur Fremde, für mich wirken sie auch wie Fremdkörper an der Krippe. Engel und Hirten, das kann ich mir gut vorstellen, aber wie kommen die Könige an die Krippe. Und doch ist es ein schöner Gedanke, dass diese Könige Jesus ihren Respekt erweisen. Und sie bringen sogar Geschenke mit. Die Könige heute an unseren Türen bringen weniger Handgreifliches mit. Sie bringen den Segen und schreiben ihn an die Tür. Und dann möchten sie etwas von uns. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Könige etwas von uns wollen. Im 1. Buch Samuel, Kapitel 8, ist davon die Rede. Ungewöhnlich ist aber, dass diese Könige die Gaben nicht für sich und ihren Reichtum möchten, sondern dass sie diese Gaben weiter geben an Menschen, die sie nötig haben.


So wie die Weisen der Bibel mit ihren Gaben, die die junge Familie von Jesus unterstützt haben. Sie tun Gutes. Deshalb möchte ich vor diesen Abgaben nicht warnen, sondern das Anliegen der Könige unterstützen. Aber auch, wenn wir nichts geben können oder wollen, so verdienen die Könige unseren Respekt. Nicht weil sie Könige sind, sondern weil sie ihre Zeit nutzen, um an die Not anderer zu denken. Sie sehen die Not und tragen dazu bei, dass geholfen wird. Und das ist völlig im Sinne des Kindes, das bei Matthäus noch in der Krippe liegt! Und vielleicht freut es sich über diese gute Tat mehr als über all den Weihrauch und die Geschenke. Ich kann mir das vorstellen!

Pfarrer Dirk Schmäring,

Evangelische Auferstehungskirchengemeinde Olsberg-Bestwig

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