Hoffnung auf eine Zukunft der Hellebrücke

Foto: Privat / WP Meschede

Eslohe.. In der Öffentlichkeit ist es ruhig geworden um den Erhalt der Hellebrücke. Doch hinter den Kulissen hat sich durchaus etwas getan: Inzwischen gibt es einen Verein , der sich „Freunde der Hellebrücke“ nennt. Die Mitglieder wollen die Hoffnung auf eine Zukunft des Bauwerks nicht aufgeben.

„Wir machen in erster Linie das, was eigentlich Aufgabe der Gemeinde gewesen wäre“, sagt der stellvertretende Vorsitzende des 25 Mitglieder zählenden Vereins, Horst Vielhaber. „Wir schreiben Behörden und Institutionen an, um prüfen zu lassen, ob möglicherweise doch noch Mittel aus irgendwelchen Fördertöpfen fließen können, mit denen die Brücke am Ende erhalten werden kann“.

Nacht-und-Nebel-Aktion

Zur Erinnerung: Bei einer Überprüfung der Dreibogen-Brücke, die direkt gegenüber des Museums steht, hatte sich ein dringender Sanierungsbedarf ergeben. Rund 200 000 Euro würde das die Gemeinde kosten. Aufgrund der derzeitigen Finanzlage hatte der Rat daraufhin entschieden, den Geländeeinschnitt, über den die Brücke führt, mit Erdreich zu verfüllen und obenauf eine Straße zu bauen.

Die „Freunde der Hellebrücke“ werten diese Abstimmung im März dieses Jahres als „Nacht-und-Nebel-Aktion“. Natürlich habe der Bürgermeister Recht, wenn er betone, die mögliche Verfüllung hat vor einigen Jahren schon einmal auf der Tagesordnung des Rates gestanden, sagt Vielhaber. Das ändere aber nichts an der Tatsache, dass diese endgültige Entscheidung im März sehr plötzlich gefallen sei. „Zumal zwischenzeitlich auch mal die Rede davon gewesen ist, das Bauwerk in ein touristisches Konzept einzubinden“, sagt Franz-Josef Keite, Beisitzer des Vereins. „Käme es zur Zuschüttung, wäre das besondere Ensemble im Salweytal rund um das ehemalige Bahnhofsgelände - alter Bahnhof, Hellebrücke, Museum, Wasserläufe und Sauerlandradring - gestört und auch um eine touristische Attraktion ärmer“, so Keite.

Im Rathaus sei keinerlei Phantasie entwickelt worden, die Brücke zu erhalten, wirft der Vereinsvorstand der Gemeindeverwaltung vor. Er betont aber gleichzeitig: „Wir wollen nicht gegen die Kommune arbeiten, wir wollen jetzt gemeinsam nach einer vernünftigen Lösung suchen.“

Zu einem weiteren der ersten Schritte gehört auch der Versuch des Vereins, die Brücke unter Denkmalschutz zu stellen. Das Denkmalamt habe gegenüber der Gemeinde zwar bereits erklärt, dass sich ein Denkmalwert nicht ausreichend begründen lässt. „Aber in dem Schreiben stand auch, dass die Hellebrücke durchaus einen gewissen Dokumentationswert für die örtliche Verkehrsgeschichte besitzt“, sagt Horst Vielhaber. Außerdem sei die Gemeinde darin gebeten worden, das Bauwerk zumindest als erhaltenswerte Bausubstanz in den Denkmalplan der Gemeinde aufzunehmen und bei künftigen Planungen zu berücksichtigen. „Darüber ist in der Öffentlichkeit bislang nie so richtig gesprochen worden“, sagt Vielhaber.

Die Vereinsmitglieder sind sich sicher: „Sollte die Hellebrücke tatsächlich verfüllt werden, wird die nachfolgende Generation sie wieder ausbuddeln - ähnlich wie bei der derzeitigen Öffnung des Hennedeckels in Meschede.“ Hier werde auch eine alte Bausünde wieder ausgebügelt.

Der Verein gibt die Hoffnung nicht auf, dass die Gemeinde doch noch einmal einlenkt. Einen ähnlichen Fall habe es vor einiger Zeit in Kirchhundem gegeben. Dort habe sich ebenfalls ein Förderverein gegründet, um den bereits beschlossenen Abriss des Heitmecke-Viadukts zu verhindern - mit Erfolg.

Und an diesen Erfolg wollen die „Freunde der Hellebrücke“ anknüpfen. Sollten sie am Ende dennoch scheitern, bedeutet das nicht zwangsläufig die Auflösung des Vereins. Als Zweck hat er sich nämlich auf die Fahnen geschrieben: „Förderung und Bewahrung von Landschafts-, Geschichts- und Kulturgütern und Förderung von geeigneten Maßnahmen und Veranstaltungen“.

Wer Interesse an einer Mitgliedschaft im Verein hat, kann sich an Horst Vielhaber wenden: 02973/6637.