Hoffen auf weitere Gelder

Stefan Pletziger, Regionalmanager von der Leader Region 4 mitten im Sauerland, vor einem abgeschlossenen Leader Projekt: der neugestalteten Bahn Unterführung in Meschede
Stefan Pletziger, Regionalmanager von der Leader Region 4 mitten im Sauerland, vor einem abgeschlossenen Leader Projekt: der neugestalteten Bahn Unterführung in Meschede
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Ehrenamtskneipen, Generationenparks und Radstationen - eine Million Euro beträgt die Fördersumme, die die vier Kommunen Bestwig, Eslohe, Schmallenberg und Meschede „4 mitten im Sauerland“ über das Leader-Programm der Europäischen Union erhalten haben.

Meschede.. Ehrenamtskneipen, Generationenparks und Radstationen - eine Million Euro beträgt die Fördersumme, die die vier Kommunen Bestwig, Eslohe, Schmallenberg und Meschede „4 mitten im Sauerland“ über das Leader-Programm der Europäischen Union erhalten haben. Doch der Gewinn ist weitaus größer. Dabei geht es nicht nur um Materielles, sondern auch um den Zusammenhalt der Kommunen, den Blick über den Tellerrand und die Würdigung des Ehrenamtes, sagt Leader-Regionalmanager Stefan Pletziger.

Die aktuelle Förderphase des Projektes geht zu Ende. Was heißt das für die Region?

Stefan Pletziger: Aktuell können keine Projekte angenommen und keine neuen Bewilligungen ausgesprochen werden. 19 Projekte werden zurzeit noch zu Ende geführt, die bis Mitte 2015 definitiv abgeschlossen sein müssen. Ab September dieses Jahres beginnt jedoch bereits die neue Bewerbungsphase für die Leader-Periode 2015 bis 2022. Alle vier Kommunen haben sich dafür ausgesprochen, es noch einmal zu versuchen.

Das heißt konkret?

Stefan Pletziger: Bis Januar 2015 müssen wir als Leader-Region unsere Bewerbung eingereicht haben. Dann entscheidet das Ministerium in Düsseldorf, ob wir wieder dabei sind.

Und Sie sind optimistisch?

Stefan Pletziger: Eigentlich schon. Das Land hat erkannt, wie viel Gutes das Leader-Programm gerade im ländlichen Raum unter Beteiligung des Ehrenamtes anschieben kann. Das Land stockt deshalb die EU-Fördersumme von einer Millionen Euro pro Leader-Region auf 2,3 Millionen auf und der Fördersatz steigt auf 60 Prozent. Kommunen oder Vereine müssen also als Träger eines Projektes statt 50 nur noch 40 Prozent beisteuern.

Aber das Land hat eine Haushaltssperre verhängt.

Stefan Pletziger: Wie sich das auswirkt, vermag ich nicht zu sagen, aber die Gelder würden ja frühestens Mitte nächsten Jahres fällig. Insgesamt wollen sich NRW-weit 36 Regionen bewerben, 22 werden ausgewählt. Ich hoffe natürlich, dass wir wieder dabei sind. Eine Garantie haben wir dafür natürlich nicht. Aber auch in Düsseldorf weiß man, dass wir mit insgesamt 49 verwirklichten Projektideen zu den erfolgreichsten Regionen gehört haben. Weil anderen Regionen die Ideen für sinnvolle Projekte fehlten, konnten wir weiter profitieren und haben sogar noch zusätzlich 76 000 Euro erhalten.

Für die nächste Förderphase setzen Sie wieder auf die Ideen der Bürger „mitten im Sauerland“?

Stefan Pletziger: Ja, auf engagierte Bürger, die an der Entwicklung ihrer Region interessiert sind, sind wir angewiesen. Um deren Ideen zu sammeln, wird es im Herbst wieder vier öffentliche Workshops in den jeweiligen Kommunen geben, zu denen alle eingeladen sind, um ihre Ideen zu präsentieren. Viele dieser Ideen sollen in die Bewerbung einfließen.

Gibt es Projektideen, die Sie ausschließen können?

Stefan Pletziger: Absagen mussten wir rein wirtschaftliche Projekte, sowie Solaranlagen auf Schützenhaus-Dächern oder die Sanierung von Toilettenanlagen in Sportheimen. Auch Firmen können wir nicht unterstützen.

Haben Sie Lieblingsprojekte?

Stefan Pletziger: Das ist schwer zu sagen. Aber sicher gehören der Bergbauwanderweg in Ramsbeck, das Kräggennest in Westernbödefeld, die Ehrenamtskneipe Kübel in Kückelheim und der Sinnepfad am Hennesee dazu.