Höhere Kurtaxe in Schmallenberg und Eslohe für attraktiven Urlaub

Urlaub im Schmallenberger Sauerland: Gastbetriebe sollen bald höhere Kurbeiträge bezahlen.
Urlaub im Schmallenberger Sauerland: Gastbetriebe sollen bald höhere Kurbeiträge bezahlen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Urlaube und Ausflüge ins Sauerland sollen attraktiver werden. Die Städte Schmallenberg und Eslohe möchten Gäste mit verbesserten Angeboten in ihre Städte locken. Zur Finanzierung des lukrativeren Tourismus ist eine Erhöhung von Kurbeitrag und Kurtaxe geplant. Das Konzept hat der Gesamtverkehrsverein bereits abgesegnet.

Schmallenberg/Eslohe.. Die zuletzt schwierige Finanzierung des Tourismus in Schmallenberg und Eslohe ist jetzt wieder im Haupt- und Finanzausschuss auf den Tisch gekommen. Nach der regen Diskussion über die Einführung einer Bettensteuer in 2011 und 2012, hat Tourismusdirektor Hubertus Schmidt die Politik jetzt über den aktuellen Stand informiert.

Nachdem sich das Thema Bettensteuer erledigt hatte – auf Wunsch der Touristiker selbst – entschied der Gesamtverkehrsverein, am alten System Kurbeitrag/Kurtaxe festzuhalten. Während der Kurbeitrag in den Kurorten (zum Beispiel Schmallenberg, Bad Fredeburg, Grafschaft und Nordenau) eine verpflichtende Abgabe ist, die die Betriebe an die Stadt abführen müssen, wird in allen anderen Orten die Kurtaxe erhoben.

Diese Abgabe der Gastbetriebe, die ebenfalls dazu dient, Einrichtungen wie die Kur-und-Freizeit-GmbH, die Verkehrsvereine etc. zu finanzieren, beruht auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. Das Problem, das zur Diskussion über eine Bettensteuer geführt hatte: Die Unehrlichkeit einiger Gastgeber.

Um das Problem in den Griff zu bekommen, hat der Gesamtverkehrsverein nach der Verwerfung der Bettensteuer entschieden, privatrechtliche Verträge mit den einzelnen Betrieben abzuschließen. In diesen verpflichten sich die Gastgeber, die Kurtaxe abzuführen. „Das hat bisher gut funktioniert. Mit fast allen Betrieben sind die Verträge in trockenen Tüchern“, zieht Hubertus Schmidt ein Fazit.

Marketingpaket ein Anreiz für Gastbetriebe

Ein Marketingpaket und die Attraktivierung der Sauerland-Card sollen Anreize für die Betriebe sein, diese Verträge abzuschließen, wie Schmidt ergänzt. „Außerdem haben wir ein elektronisches Meldescheinsystem inklusive Lastschriftverfahren eingeführt“, erklärt der Tourismusdirektor von Schmallenberg und Eslohe. Die Vorteile: Kontrolle, schnelle Erfassung, und die Sauerland-Card kann künftig individuell mit Barcode (je nach Jahreszeit) ausgestellt werden.

Mit Blick auf die unterschiedlichen Zielgruppen sollen bei der Attraktivierung der Sauerland-Card drei Schwerpunkte eine Rolle spielen: die Mobilität, Leistungen für Familien und Sonderlösungen für Geschäftsreisende.

Kooperation mit Bürgerbus und Aufwertung der Sauerland-Card

„Die Mobilität soll optimiert, der ÖPNV ergänzt werden“, sagt Hubertus Schmidt. Hier sei die Kooperation mit dem Bürgerbus ebenso angedacht, wie einen Wanderbus für die Trassen Lennetal-Rothaarsteig und Höhenflug-Hunau Route zu installieren. Mit Blick auf Familien soll mit der Gästekarte zum Beispiel der Eintritt ins Schwimmbad oder in Thikos Kinderland ermöglicht werden. „Unser langfristiges Ziel ist, dass mit der Sauerland-Card zukünftig auch alle Museumseintritte für Gäste kostenfrei sind“, ergänzt Hubertus Schmidt.

Tourismus Um diese Pläne in die Realität umzusetzen, müssten Kurbeitrag und -taxe jedoch angehoben werden. Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung des Gesamtverkehrsvereins wurde beschlossen, die Kurtaxe von 1,25 Euro pro Gast pro Übernachtung auf 2 Euro anzuheben. Zugleich hat der Verein den Antrag an den Stadtrat gestellt, die städtische Pflichtabgabe, den Kurbeitrag, ebenfalls von 1,25 auf 2 Euro anzuheben. In einer der kommenden Ratssitzungen soll darüber entschieden werden.

Umstellung der Sauerland-Card in 2015

Eine Umstellung der Sauerland-Card samt Erhöhung von Kurbeitrag und -taxe ist laut Schmidt für April bis Juni 2015 angedacht. Parallel sei natürlich ein intensives Marketing nötig. Dazu Franz-Josef Klauke (BFS): „Dem Gast muss kenntlich gemacht werden, welche Vorteile er hat. Er muss nach der Karte fragen.“