„Hier ist etwas richtig Schönes entstanden“

Bestwigs Bürgermeister Ralf Péus freut sich über die Vollendung dieser Etappe an der Ruhr.

1 Was für einen praktischen Wert hat die Ruhr-Renaturierung für die Bürger der Gemeinde?

Zum einen trägt das Projekt durch die Schaffung von Überflutungsräumen zu einem wesentlich verbesserten dezentralen Hochwasserschutz bei. Zum anderen ist hier mitten im Ort, nicht weit von der viel befahrenen B 7 ein kleines Naherholungsgebiet geschaffen worden. Hier können die Bürger völlig neue Eindrücke und Erfahrungen mit einer naturnah umgestalteten Flussaue gewinnen. Die Resonanz der Bürgerinnen und Bürger auf die Renaturierungsmaßnahmen war durchweg positiv. Die Ruhr ist jetzt „erlebbar“ und zu einem beliebten Anlaufpunkt für Spaziergänger geworden. Hier ist etwas richtig Schönes entstanden!

2 Wo wird die Renaturierung fortgesetzt? Was sind die nächsten Pläne?

In der Gemeinde Bestwig wurden bereits etliche Renaturierungsmaßnahmen an der Ruhr durchgeführt. So konnte die Ruhr innerhalb des Gemeindegebietes durch den Bau unterschiedlichster Wanderhilfen mittlerweile wieder vollständig durchgängig für Fische und andere Kleinstlebewesen gestaltet werden.

In der weiteren Planung ist die entsprechend einem Umsetzungsfahrplan vorgeschriebene Renaturierung der sogenannten Nebengewässer der Ruhr. Derzeit wird mit Hochdruck an Konzepten für den Schlebornbach in Nuttlar, die Valme im Bereich Ramsbeck und die Elpe in Ostwig gearbeitet.

3 Ein Wort zu den Kosten: Wer bezahlt dafür?

Die Umsetzung der Renaturierung von Fließgewässern ist gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie eine Pflichtaufgabe der Anliegerkommunen und wird gegenwärtig noch durch das Land NRW mit einem Höchstsatz von 80 Prozent gefördert. Der 20-Prozent-Eigenanteil der Gemeinde Bestwig wird in Form von sogenannten Ökopunkten gutgeschrieben, welche unbedingt zur Umsetzung von anderen Infrastrukturmaßnahmen benötigt werden. So war zum Beispiel die zügige Realisierung des Wohn- und Gewerbegebietes Wiebusch mit der Tital-Erweiterung nur deshalb möglich, weil wir auf diese Ökopunkte zurückgreifen konnten! Die Gesamtkosten des Renaturierungsprojektes Hennenohl belaufen sich im Übrigen auf circa 760 000 Euro.