Heribert Störmann - „Vieles trägt meine Handschrift“

Die Umgestaltung Schmallenberg trägt - wie die Umgestaltung vieler Dörfer in den vergangenen 20 Jahren - die Handschrift von Heribert Störmann.
Die Umgestaltung Schmallenberg trägt - wie die Umgestaltung vieler Dörfer in den vergangenen 20 Jahren - die Handschrift von Heribert Störmann.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
35 Jahre hat Heribert Störmann für die Stadt Schmallenberg gearbeitet, rund 20 Jahre davon als Leiter des Bauamtes.

Schmallenberg.. Den gesamten Umbau der Innenstadt hat Heribert Störmann begleitet von der Umgehungsstraße über den Tunnel bis zur Innenstadt-Sanierung. „All das trägt schon meine Handschrift“, sagt er. Seit Dezember ist er im Ruhestand und blickt gern auf die Jahre zurück. „Schmallenberg ist meine Heimat, ich habe die Arbeit immer auch ein wenig als Einsatz für meine Stadt gesehen.“

Haben Sie in den Jahren auch schon mal schlecht geschlafen?

Heribert Störmann (lacht): Sicher! In der Position habe ich ziemlich viel Geld verwaltet. Und wie teuer so eine Baumaßnahme wird, kann man sicher erst nach der Endabrechnung sagen. Anfangs habe ich mich manchmal gefragt, willst du das dein ganzes Leben machen? Aber rückblickend hat es sich gelohnt. Ich sehe es als Arbeit für meine Heimatstadt.

Welche großen Projekte haben Sie begleitet?

Heribert Störmann: Ich hatte Glück. Ich war in einer Zeit Bauamtsleiter, in der in Schmallenberg viel passiert ist. Das begann mit dem großen Projekt Umgehungsstraße. Diese sollte anfangs durch die Sunthelle geführt werden. Ich habe da schon als sehr junger Mann Einfluss nehmen können und vorgeschlagen, sie durchs Tal am Huckelberg zu leiten. Anfangs sollte die Straße höhengleich verlaufen, später gab es die Trog-Lösung, bis es dann ein Tunnel wurde. Dafür haben wir lange gekämpft. Mir war wichtig, dass die Straße die Stadtteile verbindet nicht trennt.

Auch die Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft historischer Stadtkerne hat Schmallenberg vorangebracht?

Heribert Störmann: Ja, das war ein glücklicher Umstand Ende der 80er-Jahre. Durch den Bau der Umgehungsstraße bestand nun die Möglichkeit, die Innenstadt komplett umzukrempeln und mehr Aufenthaltsqualität zu schaffen. Zuvor fuhr ja der gesamte Schwerlastverkehr durch die Oststraße. Bis 2011 gab es dann im Ortskern von der Synagogenstraße bis zum Zehnthofweg in jedem Jahr eine Baustelle.

Auch in den Orten ist viel passiert?

Heribert Störmann: Das war wichtig, um eine Stadt mit so vielen Ortschaften zusammenzuhalten. Wenn nur Schmallenberg von den Baumaßnahmen profitiert hätte, hätten die Dörfer sich zu recht beschwert. Aber so haben wir in den Jahren im Grunde jeden Dorfplatz umgestaltet. Vorteilhaft war da natürlich auch, dass Schmallenberg immer solide gewirtschaftet hat. Denn die besten Ideen nützen nichts, wenn das Geld nicht dafür da ist.

Wie hat sich die Arbeit in den Jahren verändert?

Heribert Störmann: Vor allem die Zusammenarbeit mit den Bürgern ist stetig mehr geworden. Wir haben zuletzt für jede Straßenbaumaßnahme eine Bürgerversammlung abgehalten. Das bedeutete viele Gespräche am Abend, aber die erleichterten die Arbeit hinterher. Bei Planungsspaziergängen haben wir gemeinsam mit den Bürgern nach Lösungen gesucht. Ich habe das immer gern gemacht. Ich bin nicht Bauingenieur geworden, weil ich die dritte Stelle hinter dem Komma ausrechnen wollte, sondern weil ich Projekte mit den Betroffenen realisieren wollte.

Vieles trägt nun Ihre Handschrift.

Heribert Störmann: Den Stadtumbau habe ich von Anfang bis Ende begleitet. Die einheitliche Handschrift ist sicherlich ein Vorteil, anderswo gibt es oft Brüche in der Gestaltung. Ob jeder davon begeistert ist, ist eine andere Frage.

An welche Projekte erinnern Sie sich besonders gern?

Heribert Störmann: Die Ortsmittengestaltung in Fleckenberg und Dorlar haben mir zuletzt besonders viel Spaß gemacht. Das waren beides sehr komplexe Projekte, bei denen es vom Kindergarten über die Schule, Kirche und Feuerwehr viele Beteiligte gab. Die Plätze wurden komplett auf den Kopf gestellt, die einzelnen Einrichtungen in Abstimmung mit den Bürgern vernetzt. Das hat sehr viel Spaß gemacht.

Und was steht in den kommenden Jahren noch an?

Heribert Störmann: Für die Regionale-Projekte sind alle förderrelevanten Teile auf den Weg gebracht. In den kommenden Jahren wird die Stadt vor allem in den Ausbau der Straßen investieren müssen. Viele stammen noch aus den 50er-Jahren – das ist nicht der Standard, den wir heute gewohnt sind. Ein Arbeitsschwerpunkt wird die Umgehungsstraße Fredeburg sein. Der Planfeststellungsbeschluss wird für die erste Jahreshälfte 2015 erwartet. Dann beginnt für Fredeburg der gleiche Umgestaltungsprozess, den Schmallenberg hinter sich hat.