Helfer trotzen der Sommerhitze im Haus Dortmund

Eine lange Autoschlange wartete vor der Zufahrt zum ehemaligen Haus Dortmund um Kleidung, Spielzeug und Hygieneartikel zu spenden. Kofferräume und Rücksitze waren voll beladen mit Koffern und Säcken.
Eine lange Autoschlange wartete vor der Zufahrt zum ehemaligen Haus Dortmund um Kleidung, Spielzeug und Hygieneartikel zu spenden. Kofferräume und Rücksitze waren voll beladen mit Koffern und Säcken.
Foto: Theresa Schnettler
Was wir bereits wissen
Viele Mescheder meldeten sich spontan trotz brütender Sommerhitze, um an der Flüchtlingsunterkunft Haus Dortmund bei der Kleiderannahme zu helfen.

Meschede.. Es ist lange her, dass an der Einfahrt zum ehemaligen Haus Dortmund Schlangen von Autos darauf warteten, hochzufahren. Ein Helfer der Malteser koordinierte die Zufahrt, denn aus Meschede und auch aus umliegenden Städten und Dörfern kamen am Samstag und Sonntag zahlreiche Menschen, um Spenden für das Asylbewerberheim abzugeben. Bei dem meisten waren Kofferraum und Sitzbank voll mit Koffern und Säcken voller Spenden. „Die Hilfe und Resonanz der Sauerländer ist sehr groß, das Miteinander einfach richtig klasse!“, so Nils Brandes, Leiter der Einsatzdienste.

Alles wird noch einmal gewaschen

Doch nicht nur mit Spenden, auch mit ihrer Arbeitskraft unterstützten Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich die Sammelaktion. Hilfskräfte der Malteser, Pfadfinder aus Arnsberg und Bürger aus Meschede - mehr als 30 Personen nahmen am Wochenende ehrenamtlich Spenden entgegen und verteilten Spielzeug und Hygieneartikel an den Ausgaben in der Notunterkunft. Die Kleidung wurde direkt vor Ort sortiert und in Containern zwischengelagert. „Dann werden alle Sachen nochmal gewaschen und an die Menschen verteilt“, erklärt Nils Brandes den Vorgang.

Eine besondere Unterstützung lieferte Landwirt Christoph Meyer aus Wennemen. Um einen alten Fußballplatz für die Kinder nutzbar zu machen, kam er spontan mit seinem Trecker zum Mulchen vorbei.

Flüchtlinge Diese Hilfen werden dringend benötigt, denn in der Notunterkunft werden die Ankommenden mit einer Grundausstattung versehen. Manche der Ankommenden haben ihre Heimat aufgrund von Kriegen verlassen, andere aus politischen Gründen oder aufgrund von Armut. Aber so unterschiedlich wie ihre persönliche Geschichten und Hintergründe auch sind, gemeinsam haben sie, dass sie mit nur wenigen Besitztümern in Deutschland angekommen sind.

„Die Leute bleiben nur zwei bis drei Wochen hier, bis die Asylanträge bearbeitet sind. Dann geht es, wenn alles gut verläuft weiter in die Kommunen. In dieser Zeit statten wir die Menschen mit allen Dingen des täglichen Lebens aus - von Zahnpasta über Spielzeug für die Kinder bis hin zu Handtüchern und Bettwäsche.“, so Nils Brandes.

Nächster Bus bereits erwartet

„Besonders ist, dass in zwei bis drei Wochen wieder die nächsten Asylbewerber kommen werden, die auch wieder die gesamte Ausstattung benötigen. Jede Spende, die wir erhalten kommt direkt bei den Menschen an. Wenn wir von etwas zu viel haben lagern wir es ein, bis die Nächsten kommen“, erklärt er und ergänzt: „Vielleicht ist es auch das Wissen, dass die Hilfe direkt ankommt, das so viele Menschen, bewegt uns zu helfen. Seitdem wir zum Helfen aufgerufen haben, stehen die Telefone nicht mehr still.“

Meine 5-jährige Tochter hat mich dazu gebracht, mitzuhelfen. Sie hat mich morgens gefragt, ob die Menschen, die hierhin kommen viel Geld haben. Wir haben ihr erklärt, dass es dort auch viele Kinder gibt, denen es nicht so gut geht. Sie sagte zu mir, dass jeder dann etwas abgeben soll, das hat mich sehr bewegt. Zusätzlich zum Spenden packe ich mit an!"

„Ich bin als Diözesanreferent Mitglieder und Kreislaufwirtschaft der Malteser zuständig für Kleiderspenden. Hier in Meschede ist es eine ganz besondere Situation, da die Kleidung und damit sehr persönliche Gegenstände direkt an die Bewohner der Notunterkunft weitergegeben wird. Ich habe eine große Dynamik in den sozialen Medien beobachtet, das funktioniert hier alles wunderbar!"