Haus Dortmund wird Flüchtlingsunterkunft

Das Haus Dortmund hoch über Meschede am Stimm-Stamm: Es wird zu einer Flüchtlingsunterkunft des Landes Nordrhein-Westfalen.
Das Haus Dortmund hoch über Meschede am Stimm-Stamm: Es wird zu einer Flüchtlingsunterkunft des Landes Nordrhein-Westfalen.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Das ehemalige Haus Dortmund wird zu einer Unterkunft für Flüchtlinge. Das hat die Bezirksregierung gestern Abend auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt.

Meschede.. Schon am kommenden Montag sollen die ersten Bewohner einziehen. Etwa 140 Plätze werden dort geschaffen. Die Betreuung übernimmt der Malteser-Hilfsdienst. Das Gebäude wird vom Land NRW für die nächsten Monate angemietet.

Ursprünglich hatte der Eigentümer, ein Privatmann, das Gebäude nach den Sommerferien wieder als Jugendherberge eröffnen wollen. Doch dann kam die Bezirksregierung Arnsberg auf der Suche nach Unterkünften auf ihn zu. Nach eigenen Angaben waren die Buchungen für das Haus am Stimm-Stamm bisher darüber hinaus spärlich. Der Eigentümer, der nicht genannt werden möchte, hatte das Gebäude vom Jugendherbergswerk im Winter 2014 erworben und renoviert.

Jetzt wird es zu einer so genannten Landeseinrichtung. Das bedeutet: Es ist die zweite Station für Asylbewerber, die eine Erstaufnahmeeinrichtung durchlaufen haben. Von hier aus stellen sie ihren offiziellen Asylantrag bei der Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge in Dortmund, ehe sie in Kommunen verteilt werden. „Das bedeutet, dass wir auch einen Bustransfer werden organisieren müssen, da persönliches Erscheinen notwendig ist“, berichtete Pressesprecher Söbbeler von der Bezirksregierung Arnsberg.

Nebeneffekt für Meschede

Die Kosten für die Einrichtung übernimmt komplett das Land Nordrhein-Westfalen. Es rechnet grundsätzlich mit 800 Euro pro Person und Monat. Für die Stadt Meschede hat die Einrichtung einen Nebeneffekt: Die Anzahl der Personen, die dort untergebracht ist, wird auf ihren Verteilerschlüssel aufgeschlagen. Das heißt: Meschede muss anteilig weniger Flüchtlinge als andere Kommunen aufnehmen, weil die Asylbewerber in der Landeseinrichtung mitgezählt werden.

„Wir sind in einer Situation, in der wir vor dem Hintergrund rasch steigender Zahlen, sehr kurzfristig neue Unterkünfte schaffen müssen“, sagte Söbbeler. Bürgermeister Uli Hess ist über die Einrichtung informiert. „Aus humanitären Gründen sehe ich uns da in der Verpflichtung“, sagte er. Einfluss auf die Einrichtung hat die Stadt aber nicht.