Hauptschule weiter katholisch

Die St.-Walburga-Hauptschule am Schederweg in Meschede.
Die St.-Walburga-Hauptschule am Schederweg in Meschede.
Foto: WP
An der Abstimmung zur möglichen Umwandlung der St.-Walburga-Hauptschule in eine Gemeinschaftshauptschule haben zu wenige Eltern teilgenommen. Die Schule bleibt jetzt katholisch.

Meschede..  Die St.-Walburga-Hauptschule bleibt ihrem Namen nach weiterhin eine katholische Bekenntnisschule. Dies ist das überraschende Ergebnis einer Abstimmung. Für eine Umwandlung in eine Gemeinschaftshauptschule nahmen viel zu wenige Eltern an dieser Abstimmung teil – obwohl sie den Plan im Vorfeld begrüßt hatten.

Nur 19 Stimmen für Umwandlung

Eltern von 126 Schülern und Schülerinnen (von insgesamt 263), die die Hauptschule am Schederweg besuchen, unterstützten im Vorfeld den Antrag auf eine Umwandlung. Das übertraf die Hürde von einem Fünftel, die das Schulgesetz vorgibt, deutlich. Die Stadt als Schulträger leitete deshalb ein Abstimmungsverfahren ein. Drei Tage lang konnten Eltern im Sekretariat der Schule abstimmen – für jedes ihrer Kinder hatten sie eine Stimme. Für eine Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule hätten die Eltern von 88 Kindern dafür stimmen müssen. Abgegeben wurden aber nur die Stimmen für 22 Kinder. Und nur 19 davon waren für eine Umwandlung. Nötig gewesen wären die Stimmen von mindestens einem Drittel der Eltern – das ist klar verfehlt worden.

„Etwas überrascht“ zeigte sich Fachbereichsleiterin Gisela Bartsch über das Ergebnis. Auch sie hätte angesichts der breiteren Unterstützung des Antrags mit einem anderen Votum gerechnet. Eine ihrer Erklärungen für die geringe Beteiligung: Die Eltern mussten für die Stimmabgabe persönlich in der Schule erscheinen. Praktische Auswirkungen hat das Ergebnis nicht: „Es ändert sich nichts an der guten Kooperation.“ Das betont auch Bürgermeister Uli Hess: „Das bleibt so.“

Als „sehr ärgerlich“ und „sehr traurig für uns als Schule“ bezeichnet Schulleiterin Margot Freise das Ergebnis: „Wir hätten es gerne gehabt, wenn sich der Wandel unserer Schule auch im Namen widerspiegelt.“ Heute ist nur noch ein Drittel der Schüler katholisch. Freise erklärt sich die geringe Beteiligung an der Abstimmung dadurch, dass die Eltern wohl die Dringlichkeit des Schreibens der Stadt mit den Details der Abstimmung verkannt hätten. Dieses Schreiben sei auch nicht auf Türkisch verfasst gewesen – in der Schule selbst würden inzwischen alle wichtigen Briefe an Eltern ins Türkische übersetzt. Eltern hätten sich auch gewünscht, den Termin der Abstimmung mit dem Sprechtag zusammen zu legen, statt an drei eigenen Terminen.