Hang-Sicherung - Wenne-Radweg kurz vor Wiedereröffnung

Eine Spezialfirma bringt ein Stahlnetz auf die nach der Durchforstung kahlen Schieferhänge auf.
Eine Spezialfirma bringt ein Stahlnetz auf die nach der Durchforstung kahlen Schieferhänge auf.
Was wir bereits wissen
Gut ein Jahr nach Sperrung steht ein Teilstück des Wenne-Radwegs vor der Wiedereröffnung. Nachdem Bäume auf den Weg stürzten, wird der Hang befestigt.

Meschede/Eslohe.. Im Laufe der kommenden Woche wird der Wenne-Radweg auf dem Teilstück zwischen Wennemen und Berge voraussichtlich wieder eröffnet. Das Teilstück bis Eslohe bleibt noch bis Juni gesperrt. So lauten zumindest die Planungen beim Landesbetrieb Straßenbau. Zurzeit ist eine Fachfirma damit beschäftigt die nach der Durchforstung kahlen Hänge mit einem Stahlnetz zu sichern – ein aufwändiges und teures Unterfangen. 680.000 Euro kostet die Sicherung des gesamten Weges.

Drei Meter lange Anker im Fels

Drei Meter lange und 28 Millimeter dicke Nägel bohren die Fachleute dafür als Anker in den Fels. Darüber spannen sie ein Stahlnetz. Die Bauarbeiter der Fachfirma aus dem Elbsandsteingebirge sind dazu an Seilen gesichert. Langsam hangeln sie sich über die brüchigen Schieferplatten nach oben. „Die Kollegen müssen alle einen Kletterschein haben“, sagt Michael Müller, Polier der beauftragten Fachfirma.

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Insgesamt haben die Fachleute auf dem rund elf Kilometer langen Radweg fünf Baubereiche vor sich: 160 Meter lang war das erste Teilstück, vier weitere müssen noch gesichert werden.

Doch die Radler stehen schon in den Startlöchern – Absperrung hin oder her. „Hier wurschteln sich immer mal wieder Radfahrer durch“, hat auch Michael Müller beobachtet. „Aber das kennen wir schon von anderen Baustellen.“ Da müsse man halt aufpassen. Allerdings macht Oscar Santos, Pressesprecher des Landesbetriebs Straßenbau klar: „Wer die Absperrungen ignoriert, nutzt den Weg auf eigene Gefahr.“ Aber er weiß auch, wie beliebt die Strecke ist. „Es ist schon erstaunlich, wie viele bei uns nachfragen, wann der Radweg wieder freigegeben wird.“ Darunter sind auch Tourismusbetriebe aus ganz Deutschland, die Touren planen.

Gern hätte er den Radweg früher freigegeben, doch nach der selektiven Durchforstung des Gehölzbestandes war die Gefahr groß, dass von den kahlen Felsböschungen Gesteinsbrocken auf den Weg hinabstürzen. „Wir haben eine gutachterliche Standsicherheitsbeurteilung der Böschungen und Hänge entlang des Wenneradweges in Auftrag gegeben. Fünf Felsböschungen müssen zusätzlich mit einem Stahldrahtgeflecht gesichert werden.“ Das dauert. Die Mittel mussten beantragt, die Arbeiten ausgeschrieben und vergeben werden. Die Firma begann im April.