Handballer sorgen sich um ihre Zukunft

Lutz Hausig, Dominik Lange und Volker Bahne (v.l.) machen sich stark für die Zukunft des Handballsports in Meschede.
Lutz Hausig, Dominik Lange und Volker Bahne (v.l.) machen sich stark für die Zukunft des Handballsports in Meschede.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Handballer im SSV Meschede machen sich Sorgen um ihre Abteilung. Es fehlen Spieler sowie Erwachsene und Jugendliche, die sich im Vorstand oder als Trainer engagieren.

Meschede.. Die Handballer im SSV Meschede machen sich Sorgen um ihre Abteilung. Es fehlen Spieler sowie Erwachsene und Jugendliche, die sich im Vorstand oder als Trainer engagieren. Der Vorstand wirbt um mehr Unterstützung von Aktiven, Ehemaligen und Eltern und lädt daher zu einer wichtigen Mitgliederversammlung ein.

Für Lutz Hausig, den stellvertretenden Abteilungsleiter, beginnt das Problem mit G8, hat zu tun mit dem Nachmittagsunterricht und endet unter anderem beim Zivildienst. „Früher“, so sagt er, „machten die Jugendlichen mit 19 Jahren Abi, im Anschluss absolvierten die Jungs ihren Zivil- oder Wehrdienst.“ Das heißt, sie blieben in der Nähe und spielten weiter Handball. „Heute verlassen sie Meschede oft direkt nach dem 18. Geburtstag. Kommen sie überhaupt zurück, haben sie den Bezug zum Handball

Wichtige Versammlung

verloren.“

Ohne Herren keine Jugend

Die Abteilung hat deshalb immer mehr Probleme eine Erste Mannschaft aufzustellen. Doch daran hängt einiges: „Melden wir keine Erste Mannschaft, dürfen wir auch keine Jugend melden“, erklärt Beisitzer Dominik Lange.

Zurzeit haben die Handballer 110 aktive Spieler, im Alter zwischen 7 und 30 Jahren. Dazu kommen die Minis, 15 bis 20 Jungen und Mädchen im Alter zwischen vier und sechs Jahren, rechnet Jugendleiter Volker Bahne vor. Er weiß: „Wir brauchen die breite Basis.“ Aber die Handballer wollen sie auch. Für sie ist das Wort Breitensport nicht nur eine Worthülse, sondern auch eine Ehrensache. „Bei uns soll jeder mittrainieren und bei Spielen eingesetzt werden, egal wie gut oder schlecht er spielt“, betont Bahne. „Er?“ - ja tatsächlich spielen Mädchen nur noch in den unteren Altersstufen und dort gemeinsam mit den Jungs. „Die Damenmannschaft mussten wir aus Mangel an Interesse leider abmelden“, bedauert Hausig.

Doch das größte Problem sind fehlende Trainer. Zum ersten Mal haben die Handballer daher keine F- und keine D-Jugendmannschaft mehr. Hausig: „Anrufe bei Ehemaligen brachten kaum Resonanz.“ Vor acht Jahren bestand der Trainerkader noch aus 20 Aktiven, heute sind es noch 8. „Früher war klar, man gibt von dem, was man selbst als Jugendspieler erfahren hat, als Älterer wieder etwas zurück“, sagt Hausig. Doch dieser Generationenvertrag scheine nicht mehr zu funktionieren - zumindest nicht in Meschede.

„Die Konkurrenz durch andere Angebote - von der Feuerwehr über Tennis bis zu den Pfadfindern - ist neben dem zunehmenden schulischen Druck einfach zu groß“, vermutet Dominik Lange. Da falle es schwer die Jugendlichen für den Handball zu gewinnen. Deshalb wollen die Handballer nun auch verstärkt auf die Eltern zugehen. „Auch wer selbst kein aktiver Handballer war, kann einen Trainer unterstützen“, sind sie überzeugt.

Akut wird das Problem jetzt auch im Vorstand. Mehrere Posten sind zu besetzen. Er macht den Interessierten Mut: „Wir können die Arbeit auf mehrere Schultern verteilen, und hier wird keiner ins kalte Wasser geworfen.“ Doch Volker Bahne sagt auch: „Wenn sich kein Vorstand findet, müssen wir uns wirklich Sorgen um den Fortbestand des Handballsports in Meschede machen.“