Häuser wie aus dem Lego-Baukasten

Architekt Ralph Levers (links) und Hubertus Hegener-Hachmann auf Gut Hanxleden.
Architekt Ralph Levers (links) und Hubertus Hegener-Hachmann auf Gut Hanxleden.
Foto: Privat
Was wir bereits wissen
Um dem immer weiter steigenden Kostendruck beim Rundholzeinkauf auszuweichen, stellen sich viele Sägereien im Sauerland neu auf.

Hanxleden.. Häuser wie aus dem Lego-Baukasten: Der Betrieb von Hubertus Hegener-Hachmann auf Gut Hanxleden bei Kirchrarbach kooperiert mit einem Architekturbüro und einem weiteren Sägewerk, um ein patentiertes Holzhaus-System weiter in den Markt zu bringen.

Ohne Leim

Das System trägt den Namen „Naturi“, stammt von einem österreichischen Erfinder und funktioniert in etwa wie Lego: raffiniert gefräste Holzkomponenten greifen so perfekt ineinander, dass am Ende ein winddichtes, atmungsaktives Holzhaus entsteht, völlig ohne Leim gebaut und statisch hoch belastbar.

Das Säge- und Hobelwerk von Hubertus Hegener-Hachmann beschäftigt derzeit 18 Mitarbeiter und ist einer von über 30 sauerländischen Sägern, die sich in der Initiative Holz und Arbeit NRW zusammengeschlossen haben. Die Säger wollen auf Missstände im Holzbeschaffungsmarkt aufmerksam machen. „Aber auf Politik können wir nicht warten, als Unternehmer muss man auch selbst was tun“, so Hegener-Hachmann.

Dritte Generation

Das Sägewerk von Hubertus Hegener-Hachmann wird in der dritten Generation geführt und entstand als Nebenbetrieb zum eigenen Waldbesitz – das nachhaltig anfallende Rundholz wurde zu Bauholz und Brettern verarbeitet. Mittlerweile werden jährlich rund 20 000 Festmeter regional zugekauft. Heute ist der Inhaber froh, die Produkt-Diversifizierung stets vorangetrieben zu haben.

Investitionen

„Wir waren viel zu klein, um Standard-Holzprodukte zu schneiden“, erinnert er sich. In den 90er-Jahren wurde die erste Trockenkammer und auch eine gebrauchte Hobelmaschine gekauft; Bauholz wurde gehobelt, Massivholzdielen produziert. Verarbeitet wurden Fichten, Lärche, Douglasie, Buche. Mittlerweile geht der Trend weg von der Fichte und Buche, zunehmend kommt die Eiche hinzu. Es folgten 2001 Investitionen in einen Kehlautomaten und eine Hirnholzbearbeitungsanlage für die Massivholzdielenproduktion. Seit 2012 wird diese als geschliffene Diele oder mit fertiger Öloberfläche produziert. Die Massivholzdiele ist mittlerweile zu einem wichtigen wirtschaftlichen Standbein des Unternehmens herangewachsen.

Erster Kontakt

2005 entstand der erste Kontakt zum Naturi-Produkt. Nach den marktüblichen Anlaufschwierigkeiten entschieden sich die Partner Hegener Hachmann, Baust und Levers 2011 für eine Neuausrichtung des Unternehmens. Die Firma Baust liefert nun das Rohprodukt aus Fichtenholz, Firma Hegener Hachmann ergänzt die Palette um die Lärchenprodukte und hobelt das Fertigprodukt. Architekt Levers plant und vertreibt die Produkte. Die Firma Naturi Holzbau bietet ihren Kunden alle Leistungen bis hin zur fertigen Außenhülle. Dies beinhaltet Wände, Dach und Fenster.

Angeboten werden Hausbausätze zur Selbstmontage, wie auch fertig montierte Wohnhäuser. Hierbei unterscheidet sich Naturi von anderen Bauprodukten in seiner vielfältigen Aufstellungsmöglichkeit. Es ist möglich die Wände, wie aus dem Holzrahmenbau bekannt, fertig montiert zur Baustelle zu liefern oder vor Ort zu montieren. So können Eigenleistungen einbezogen und Baukosten reduziert werden.

„Für ein Massivholzhaus benötigen wir an der Baustelle etwa zwei Monate, dann ist das Haus einzugsfertig. Eine Trocknungsphase wie beim Steinhaus gibt es nicht“, erläutert Architekt Levers. Naturi-Häuser sind Vollholzsysteme die sich, ohne den Einsatz von Leim, winddicht durch die patentierte Hobelform, formstabil durch die senkrechte Bauweise und oberflächenfertig durch die integrierte Elektroinstallationsebene, von den Mitbewerbern abheben. Die bei anderen System erforderliche Lüftungsanlage (Kosten rund 10 000 Euro) ist bei diesem System nicht erforderlich.