Gymnasium der Benediktiner schafft die Lateinpflicht ab

Das Gymnasium der Benediktiner schafft die Lateinpflicht ab.
Das Gymnasium der Benediktiner schafft die Lateinpflicht ab.
Foto: picture alliance / dpa
Was wir bereits wissen
Am Mescheder Gymnasium der Benediktiner können die Schüler in Zukunft in der sechsten Klasse zwischen Latein und Französisch wählen. Die Lateinpflicht wird abgeschafft.

Meschede.. Am Gymnasium der Benediktiner fällt eine Bastion: Latein ab der sechsten Klasse, Französisch ab Klasse acht. So lautete über Jahrzehnte der vorgegebene Stundenplan des privaten Gymnasiums. Eine Wahlmöglichkeit wie am Städtischen Gymnasium gab es dort nicht. Doch schon die jetzigen Fünfer könnten das katholische Gymnasium verlassen, ohne jemals Latein gelernt zu haben. In der Sechs dürfen sie sich zwischen Latein und Französisch als Fremdsprache entscheiden.

Vor- und Nachteile abgewogen

In der Lehrerkonferenz und in der Schulpflegschaft habe man das Thema besprochen und die Vor- und Nachteile abgewogen, erklärt Schulleiter Heinz Plugge. „Auch die Abtei als Schulträger hat jetzt zugestimmt.“ Die jetzigen Fünfer und ihre Eltern werden also in den kommenden Wochen über die neue Wahlmöglichkeit informiert.

MINT gab die neue Richtung vor

Vor zwei Jahren schon fiel die verpflichtende Wahl des Faches Französisch in Klasse acht am Gymnasium der Benediktiner. „Zurzeit wählen die Schüler zwischen Französisch und MINT, einer Kombination aus Mathe, Informatik und Naturwissenschaften“, erläutert Plugge. In Zukunft wird es auf eine Wahl zwischen Französisch, MINT und einer dritten Alternative hinauslaufen. „Das ist aber noch völlig offen“, sagt Plugge, „über die dritte Alternative werden wir in den nächsten zwei Jahren in aller Ruhe nachdenken.“

Er betont: „Das ist keine Entscheidung gegen Latein, denn die Schüler können auch in der Einführungsphase Latein als neu einsetzende Fremdsprache belegen und damit das Latinum erwerben“. Auch die Lateinlehrer trügen den Entschluss mit. Sie versprächen sich kleinere und interessiertere Lerngruppen. Und es seien Eltern von naturwissenschaftlich interessierteren Kindern gewesen, die konkret nachgefragt hätten. „Sie fanden“, so Plugge, „Englisch als einzige moderne Fremdsprache zu wenig.“