Güllegeruch stinkt den Dorfbewohnern in Schmallenberg

Gülle dürfen die Landwirte auf ihre Feldern grundsätzlich nur von Februar bis Oktober ausbringen. In dieser Zeit kann es für die Nasen der Anwohner schon mal empfindlich werden.
Gülle dürfen die Landwirte auf ihre Feldern grundsätzlich nur von Februar bis Oktober ausbringen. In dieser Zeit kann es für die Nasen der Anwohner schon mal empfindlich werden.
Foto: picture alliance / dpa
Was wir bereits wissen
Der ständige Güllegeruch von den Feldern nebenan stinkt einigen Dorfbewohnern in der Stadt Schmallenberg. Die Landwirte arbeiten unter Hochdruck und versprühen die Gülle auch an trockenen Tagen.

Schmallenberg.. Lohnunternehmer müssen jeden Arbeitstag ausnutzen – unabhängig vom Wetter. Das führt dazu, dass die gedüngten Flächen länger riechen, besonders wenn der nötige Regen fehlt.

Der Himmel ist blau, die Sonne strahlt – und vom Feld nebenan weht Güllegeruch herüber. Das ärgert einige Anwohner. Sie fühlen sich nicht nur vom Geruch belästigt, sondern fürchten auch gesundheitliche Folgen.

Der Geruch hängt seit gut einer Woche hier in der Luft“, sagt ein Mann, der in einem Schmallenberger Dorf wohnt. Er möchte anonym bleiben, um sich nicht mit den benachbarten und teilweise auch befreundeten Landwirten anzulegen. „Nichts gegen das Ausfahren der Gülle, aber bisher haben die Bauern das immer erst dann gemacht, wenn kurz darauf Regen zu erwarten war“, sagt er. „Es geht mir vor allem um die Gesundheit meiner Frau – sie hat Asthma und leidet unter diesen äußeren Einflüssen.“

Zu viel Gülle auf den Feldern?

In diesem Jahr habe er den Eindruck, dass besonders viel Gülle auf den Wiesen und Feldern verteilt werde: „An einigen Stellen lief die Gülle wie ein Bach über die Wiesen.“ Kritik übt er in erster Linie am Zeitpunkt der Ausfuhr während einer längeren Trockenphase.

Naturschutz Dass die Landwirte die Gülle nur direkt vor Regentagen ausfahren, sei schon lange nicht mehr üblich, sagt Dr. Alfred Gerken von der Kreisstelle der Landwirtschaftskammer: „Pflanzenbautechnisch wäre das sicher angebracht, aber das schaffen die Lohnunternehmer schlicht nicht mehr.“ Weil viele Landwirte auch fremde Felder bestellen, müssten sie jeden Arbeitstag von Frühjahr bis Herbst ausnutzen.

Landwirte beim Ausfahren unter Druck

Die aktuell gültige Sperrzeit reicht von November bis Januar. „Je mehr das Zeitfenster verengt wird desto mehr sind die Landwirte unter Druck in den Zeiten, in denen gefahren werden darf“, sagt Gerken. Auf Ackerland werde die Gülle nach spätestens vier Stunden in den Boden eingearbeitet, dann verschwinde auch der Geruch. Bei Grünland hingegen ist das nicht möglich, deshalb hätten Anwohner dort mit einer höheren Geruchsbelästigung zu tun.

Dagegen können allerdings auch die Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer nichts tun. Sie gehen Anzeigen nur dann nach, wenn es etwa darum geht, dass ein Landwirt zu viel Gülle auf eine Fläche aufgebracht haben soll oder er zu nah an fließende Gewässer herangefahren ist.