Grundschule behält Gasheizung

Schmallenberg..  Die Schmallenberger Grundschule und die Turnhalle der ehemaligen Valentinschule werden weiterhin mit Erdgas geheizt – das hat die Mehrheit der Stadtratsmitglieder in der gestrigen Sitzung entschieden. Zur Debatte standen zwei Varianten: Die Aufstellung eines neuen Holzpelletkessels oder der Weiterbetrieb der bisherigen Heizungsanlage, die mit Erdgas gespeist wird.

80 000 Euro mehr

Zwar hatte die Stadt bereits Fördermittel für eine Pelletheizung beantragt und auch schon bewilligt bekommen, die verbleibenden Kosten wären aber trotzdem noch höher gewesen als eine Sanierung der alten Anlage.

Um die Wirtschaftlichkeit beider Alternativen zu prüfen, hat die Stadt eine Arnsberger Ingenieurgesellschaft beauftragt. Das Ergebnis: Für eine Pelletheizung müsste die Stadt gut 80 000 Euro mehr investieren als für die Sanierung der alten Gasheizung.

Einwand der Grünen

Im Gutachten heißt es zudem, dass die höheren Investitionskosten trotz der Förderung so hoch sind, dass sie „auch durch geringere Brennstoffkosten nicht wirtschaftlich zu kompensieren sind.“ Da die Rohrleitungen, über die die Wärme verteilt werden würde, in der Erde liegen, würde bei einer Pelletheizung zusätzlich Energie bei der Verteilung verloren gehen.

Die Grünen-Fraktion hatte vor der Ratssitzung auf einige Unstimmigkeiten im Gutachten hingewiesen - danach wurde es nochmals geprüft und geringfügig verändert. Die Grundaussage blieb jedoch bestehen.

Kaum Diskussionsbedarf

Der Frage der Finanzierung stand die Umweltverträglichkeit beider Heizungsarten gegenüber. Dort steht die Pelletheizung deutlich besser da: Sie stößt nur ein Viertel der Treibhausgase aus, die eine Erdgasheizung verursacht. „Wir fühlen uns dabei über den Tisch gezogen, es ist schade, dass man nur aus wirtschaftlichen Gründen entscheidet“, sagte Franz-Josef Hellermann (Bündnis 90/Grüne). Er kritisierte auch eine mangelnde Diskussion des Themas, der Technische Ausschuss hatte es direkt an den Rat weitergegeben, weil den Ausschussmitgliedern das Gutachten noch nicht vorgelegen hatte. Da aber seitens der anderen Fraktionen kein Diskussionsbedarf bestand, bat Bürgermeister Bernhard Halbe (CDU) zur Abstimmung. Nun sollen zwei der Gaskessel für rund 70 000 Euro ausgetauscht werden.