Glaube beginnt vor dem Kirchgang

G laube und Kirche, für mich ist es schwer diese beiden Dinge noch unter einen Hut zu bekommen.

Wie soll man seinen Glauben an christliche Werte mit einer Institution verbinden, die vermehrt dadurch von sich reden macht, dass sie eben diese vollkommen missachtet.

Ich, als Jugendliche, die in einer Zeit fast vollkommener Toleranz aufwächst, habe oft Schwierigkeiten die intolerante Haltung der Kirche nachzuvollziehen, die sich zum Beispiel gegen Homosexuelle oder auch Mitglieder anderer Religionen richtet.

Wie Jesus es vorgelebt hat

Für mich bedeutet es, seinen Glauben zu leben, dass man wie Jesus es uns vorgelebt hat, allen Menschen mit demselben Respekt gegenüber tritt, unabhängig davon, ob man die Einstellungen und Vorlieben dieser Person teilt. Glaube beginnt für mich deshalb auf einer viel niedrigeren Ebene als beim wöchentlichen Kirchgang.

Durch Kirche als Institution entstehen Hierarchien und Bürokratie, die nichts mehr mit einer Glaubensgemeinschaft, sondern eher mit einer Behörden gemein haben. Deshalb bietet die Kirche keinen Ruhepol mehr in meinem Leben als Christin, sondern wird zur störenden Pflicht. Ich wünschte mir Gottesdienst wäre wieder mehr ein Höhepunkt der Woche, auf den man sich wegen der bunten Mischung an Gläubigen freuen kann und der durch Abwechslung in seinen Themen auffällt, statt durch immer wieder neue Skandale der Institution.