Geschäftsführer des Fort Fun fürchtet Verkauf nicht

Foto: Hans Blossey
Was wir bereits wissen
„Vor einem Verkauf des Abenteuerlandes machen wir uns nicht bange“, sagt Andreas Sievering. Und ohne überheblich klingen zu wollen, schiebt der Geschäftsführer des Fort Fun hinterher: „Wenn die Franzosen uns nicht behalten wollen, sind sie selbst schuld.“

Wasserfall.. Der Freizeitpark hat nach Angaben von Sievering einen hervorragenden Saisonstart hingelegt. Trotz des späten Schnees ausgerechnet in den Osterferien seien deutlich mehr Besucher gekommen als man sich zum Ziel gesetzt habe. Überhaupt blickt er optimistisch nach vorn, was die Zukunft des Parks angeht - auch, wenn sich die französische Eigentümer-Gesellschaft Compagnie des Alpes nach wie vor vom Fort Fun trennen möchte.

Freizeitpark Die Zeit nach Matthäus Z. habe das Team unglaublich zusammengeschweißt, sagt Sievering. Zur Erinnerung: Matthäus Z. heißt jener Mann, der zum Jahreswechsel 2011/2012 den Park mit traumtänzerischen Visionen gekauft hatte, ohne jemals das Geld besessen zu haben und damit für bundesweite Schlagzeilen sorgte. Während der 31-Jährige nun seit geraumer Zeit wegen Betruges in Haft sitzt, ist der Park auf dem besten Wege, sich von dem kurzen aber schmerzhaften Gastspiel des Kriminellen zu erholen. „Nach 2011 hatten wir zwei harte Jahre“, sagt Sievering.

Langfristiges Ziel

Langfristiges Ziel ist es nach Aussagen des Park-Geschäftsführers, wieder 350 000 Besucher in der Saison zu erreichen. Für die laufende Saison plane man zunächst mit 265 000 Gästen. Statistisch heruntergerechnet liege man nach den bisherigen Öffnungstagen bereits 40 Prozent über der Wunschmarke. „Wir wissen aber natürlich auch, dass uns ein paar verregnete und kalte Sommerwochen diese Statistik wieder richtig verhageln können.“ Eben darum, so sagt Sievering, wolle man in den kommenden Jahren in den Indoor-Bereich investieren (wir berichteten). „Dabei werden wir aber nicht mehr ausgeben als wir einnehmen“, kündigt er an. Die finale Gesamtgröße des neuen Indoorbereiches solle 3000 Qua­dratmeter betragen. Wie lange es dauere, die zu erreichen, hänge letztlich vom Umsatz ab.

Strategische Gründe

Verkaufen will die Compagnie des Alpes (CDA) das Abenteuerland Fort Fun aus strategischen Gründen. Die französische Gesellschaft richtet ihr Portfolio neu aus - und das sieht künftig nur noch große Freizeitparks wie etwa den „Parc Astérix“ in der Nähe von Paris vor. Konsequenterweise hat sich die CDA zuletzt bereits vom „Dolfinarium Harderwijk“ in den Niederlanden und dem Freizeitpark „Walibi Sud-Ouest“, der zwischen Bordeaux und Toulouse liegt, getrennt.

Trotz der weiterhin bestehenden Verkaufsabsicht wird der Freizeitpark in Wasserfall von den Franzosen offensichtlich nicht stiefmütterlich behandelt. „Die lassen uns viel Luft und vertrauen auf das Team hier vor Ort“, sagt Sievering. Natürlich müsse man bei Investitionswünschen immer die entsprechenden Argumente mitliefern. Das sei aber nachvollziehbar.

„Die richtigen Leute“

Sievering ist überzeugt: „Solange das hier oben ein Freizeitpark bleibt, haben wir mit unserem Team genau die richtigen Leute.“ Am Ende sei es dann ganz egal, ob er mit französischen oder irgendwann möglicherweise mit englischen oder spanischen Chefs umgehen müsse.