Gemeine Kostümdiebe in Heinrichsthal

Diana Sperlich und ihr Mann, Juniorchef Gino Sperlich, mit einer Zirkus-Uniform.
Diana Sperlich und ihr Mann, Juniorchef Gino Sperlich, mit einer Zirkus-Uniform.
Foto: Felix Schröder
Was wir bereits wissen
Der Circus Holiday ist in Heinrichsthal bestohlen worden. Täter nahmen die wertvollen Kostüme mit. Einen Verdacht gibt es schon.

Heinrichsthal..  Rote Pfeile an den Straßenlaternen der L 743 in Heinrichsthal weisen den Weg zur Manege – und zum Tatort. „Was haben die Leute davon?“, fragt sich Juniorchefin Diana Sperlich. „Sonst wurde oft gesagt: Der Zirkus kommt, packt eure Wäsche ein.“ Jetzt war es anders herum: In der Nacht von Freitag auf Samstag haben Diebe mehrere Kostüme im Wert von 3000 bis 3500 Euro aus dem Zelt des Circus Holiday entwendet.

Anhängertür nicht abgeschlossen

„Die Verdienstmöglichkeiten sind schon schlecht und dann beklauen die uns noch“, macht Diana Sperlich ihrem Ärger Luft. Die Bilanz des Einbruchs: Vier Uniformen, einige Jacken, zwei Bauchtanzkostüme, ein Feuerspuckkostüm dazu zwei Westen und zwei Hemden sind weg.

Einige der Kostüme sind feuerfest und andere mit Pailletten und Glitzer benäht. Obendrein sind sie extra für den Zirkus maßgefertigt worden.

Die Einbrecher waren unter dem Zirkuszelt hergekrochen. Dort stießen sie auf einen einfach zu öffnenden Anhänger mit der Musikanlage. Darin befanden sich die Kostüme. Immerhin: Im Laufe des Wochenendes tauchte ein großer Teil der Kostüme auf der Terrasse des Wohnwagens von Schwiegermutter Anna Sperlich wieder auf. Nun vermissen die Zirkus-Betreiber noch Kostüme im Wert von 800 bis 1200 Euro. Eine konkrete Vermutung hat Diana Sperlich nicht. Allerdings habe an dem Abend die Abschlussfeier der St.-Walburga-Realschule nebenan in Schützenhalle stattgefunden - doch es nicht bewiesen, dass die Täter von dort kamen. „Man konnte einige verteilte Bierflaschen am nächsten Tag sehen“, so Ortsvorsteher Fritz Kramer. Vor zehn Jahren hatten die Sperlichs in Herten bei Recklinghausen einen ähnlichen Fall erlebt. „Sonst passiert so etwas nicht“, meint Gino Sperlich, Juniorchef und Ehemann von Diana Sperlich.

Familienunternehmen aus Essen

Die Zirkus-Betreiber beschäftigen 20 Mitarbeiter und es gab Zeiten, in denen sie mehr Tiere besaßen. Stolz erzählt Sohn Joey Sperlich von den vielen Lamas, Alpacas und Kamelen, die man sonst in der Manege bestaunen konnte. „Eigentlich haben wir nur noch Haustiere hier. Wir setzen auf die artistischen Einlagen“, erklärt Juniorchef Sperlich. Nur fünf Leute waren bei der ersten Vorstellung, bei denen drei sogar im Vorfeld Freikarten ergattert hatten. Die Zirkus-Besitzer sagten daraufhin einige Vorstellungen ab.