Für Saßmannshausen war es eine schöne Zeit

Stadtfeuerwehrtag in Lenne: Georg Baust und Meinolf Saßmannshausen
Stadtfeuerwehrtag in Lenne: Georg Baust und Meinolf Saßmannshausen
Foto: WP

Schmallenberg..  Freitagabend, 29. Oktober, wird Meinolf Saßmannshausen sein Amt als Stadtbrandinspektor offiziell an seinen Nachfolger Rudolf Schramm übergeben.

13,5 Jahre war der heute 59-jährige Grafschafter Mittler zwischen Verwaltung und Feuerwehr. Ein Ehrenamt, bei dem man leicht zwischen allen Stühlen sitzt, wenn es zum Beispiel darum geht, politische Entscheidungen gegenüber den Kameraden durchzusetzen.

Frage: Stehenden Applaus von den Kameraden gab es zum Abschied schon mal beim Stadtfeuerwehrtag. War es im Rückblick - alles in allem - eine gute Zeit?

Meinolf Sassmannshausen: Doch. Es gab schöne und traurige Zeiten, Ärger und Freude. Doch die guten Erinnerungen überwiegen. Dabei muss man sich immer vor Augen halten: Es handelt sich um ein Ehrenamt. Den Job des Stadtbrandinspektors am Abend nach der Arbeit zu erledigen - das ist fast nicht mehr zu schaffen. Ich habe auch mit dem Bürgermeister schon einmal darüber gesprochen. Doch Geld für einen Hauptamtlichen gibt es nicht. Deshalb können wir alle froh sein, dass wir mit Rudolf Schramm einen kompetenten Nachfolger gefunden haben.

Frage: Erinnern Sie sich gern an ein bestimmtes Großereignis?

Sassmannshausen: Ich denke gern an die große Forsttagung auf dem Rennefeld. Da war im Vorfeld viel zu organisieren. Wir hatten dort eine eigene Feuerwache eingerichtet. Das war eine große logistische Herausforderung, ähnlich wie auch bei der Deutschlandtour, die mir viel Spaß gemacht hat.

Frage: Und gibt es auch Bedrückendes?

Sassmannshausen: Alle Einsätze, bei denen es Tote und Verletzte gibt, bleiben irgendwo haften. Ich denke da nicht jeden Tag dran, aber es gibt Unfallpunkte, wenn ich dort vorbeifahre, sehe ich noch das brennende Autowrack oder die Rettungswagen vor mir. Manchmal ist mir, als stünde ich daneben. Insgesamt bin ich vor allem froh, dass ich es immer geschafft habe, alle Kameraden heil und gesund wieder mit nach Hause zu bringen. Denken Sie an Kyrill und an manchen Großbrand - das ist nicht selbstverständlich.

Frage: Der Streit zwischen Wehrführung und Löschzug Schmallenberg hat Ende 2007 die Gemüter erregt. Was bleibt, wenn Sie daran denken?

Sassmannshausen: Ein Rest Bitterkeit. Demjenigen, der das angezettelt hat, bin ich heute noch böse, vor allem weil es um nichts ging. Und nur, weil fast alle anderen Kameraden hinter mir standen, bin ich geblieben. Gelernt habe ich daraus, dass es Menschen gibt, die dich freundlich anlächeln, während sie dir hintenrum einen Tritt verpassen.

Frage: Was wünschen Sie Ihrem Nachfolger?

Sassmannshausen: Rudolf Schramm war lange mein Stellvertreter. Er weiß, worauf er sich einlässt, er kennt die Leute und weiß auch, dass er mit den finanziellen Mitteln gut wirtschaften muss. Dafür wünsche ich ihm ein glückliches Händchen, auch für die Vermittlerrolle zwischen Stadt und Wehr. Bei 500 Kameraden, die alle einen starken Charakter haben, sitzt man da leicht zwischen allen Stühlen. Das fängt beim Autokauf an und hört beim Bau von Gerätehäusern lange nicht auf.

Frage: Was sagt Ihre Frau, dass sie jetzt die Wehrleitung abgeben und im Sommer aus dem aktiven Dienst ausscheiden?

Sassmannshausen: Sie freut sich, dass ich dann mehr Zeit für die Familie habe. Aber sie weiß natürlich genau, dass ich nicht die Hände in den Schoß legen werde. Noch spiele ich im Tambourkorps, ich habe ein Urenkelchen und wandere gern. Langweilig wird es sicher nicht. Und auch in der Atemschutz-Werkstatt, die ich 1977 in Grafschaft aufgebaut habe, werde ich mich sicher regelmäßig sehen lassen.