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Für Kaufleute in Meschede Streife laufen

01.10.2012 | 08:00 Uhr
Für Kaufleute in Meschede Streife laufen
„Button“ nimmt schon einmal Witterung auf: Heike Germakowsky (li.) und Carina Prang wollen in Meschede für die Kaufleute Streife laufen.Foto: Jürgen Kortmann

Meschede.   Geht künftig eine private Streife zum Beispiel durch die Ruhrstraße? Bekommt auch Meschede jetzt seine Stadtwacht? Die Überlegungen dafür sind jedenfalls da. Carina Prang hat das ins Gespräch gebracht. Sie ist Inhaberin des neu gegründeten Wachschutzes Meschede. Die 34-Jährige will für die Mitglieder der Werbegemeinschaft Streife laufen. So soll in Meschede das Sicherheitsgefühl weiter steigen.

„Das Interesse ist schon groß“, sagt sie. Derzeit fragt sie bei den 140 Mitgliedern der Werbegemeinschaft den konkreten Bedarf ab. „Warum nicht?“, sagt Yasin Kosdik, Vorsitzender der Werbegemeinschaft. Er unterstützt die Idee grundsätzlich: „Ich finde das Projekt gut. Vor allem für die ältere Generation finde ich das sehr gut.“

So könnte zum Beispiel älteren Geschäftsinhabern und älteren Kunden ein deutlich höheres Schutzgefühl geboten werden. Kosdik kann sich vorstellen, dass die Werbegemeinschaft den Wachdienst ideell unterstützt, auch durch Publicity. Als Gemeinschaft bezahlen könnten die Kaufleute die Wache aber nicht: „Dafür fehlt uns das Budget.“

Ohne martialisches Auftreten

Etwa 20 Kaufleute, so hat Carina Prang kalkuliert, bräuchte sie für den Start ihres Dienstes, den sie „Die Streife“ nennt. Gemeinsam mit Heike Germakowsky will sie in Meschede patrouillieren – eine Frauenstreife. Und das zeigt auch, dass es hier bewusst keine „Schwarzen Sheriffs“ mit martialischem Auftreten sein sollen.

Beide setzen auf ein grundsätzlich freundliches, bei Bedarf aber bestimmtes, im Notfall wehrhaftes Auftreten. Sie wollen deeskalierend eingreifen: „So unkompliziert wie möglich und mit so wenig Aufsehen wie möglich.“

Bei Bedarf, auch abends oder nachts, hätte sie weitere männliche Unterstützung im Hintergrund. Nachts würde Carina Prang auch von ihrem Holländischen Schäferhund „Button“ begleitet – Hunde sind schließlich immer noch die wirksamste Abschreckung.

Käme die Streife zustande, würde diese nicht nur für die 20 Auftraggeber aktiv. „Natürlich kann uns in der Innenstadt jeder ansprechen. Wir sagen ja nicht, um Sie können wir uns nicht kümmern...“, meint Carina Prang. Ihr Ziel ist: „Durch Abschreckung und Prävention steigt die Hemmschwelle.“ Nachts würde ihre Streife kontrollieren, ob an den Geschäften die Türen und Fenster verschlossen sind. Und ihr Mann Marc Hermanns, Inhaber des Tattoo- und Piercingstudios „Protect“, weiß: „Das passiert jedem Geschäftsmann mal, dass er etwas offen lässt. Mir auch.“ Und er meint: „Wer Beschaffungskriminalität begeht, der sucht nun einmal nach diesem einfachen Weg.“

„Hier ist schon was los“

Seit zwölf Jahren ist er in Meschede aktiv. Hermanns sieht den Bedarf für einen Wachschutz. Da sind die in seiner Wahrnehmung sich häufenden Diebstähle und Einbrüche, dazu die Hässlichkeiten wie Verschmutzungen, Schmierereien, Zerstörungen. Sein Laden liegt an der Zeughausstraße. Am Wochenende ist das der Laufweg zu einer Disco: Montags muss dann häufig an der Straße aufgeräumt werden – „hier ist schon was los“. Und er hat auch die Sorge, dass es bei der Henne-Öffnung schief gehen könnte, wenn sich dort eine bestimmte Klientel sammeln würde: „Da muss man aufpassen.“ Da die Henne zum Einzugsbereich der Geschäfte gehört, würde die Streife diese mitkontrollieren, sagt Carina Prang.

Die Mescheder Polizei sieht eine Wachschutz-Streife „grundsätzlich als gute Ergänzung“, meint Sprecher Ludger Rath: „Wir können nicht überall gleichzeitig sein. Wir sind immer froh, wenn eine Straftat verhindert wird oder wenn wir aufmerksame Zeugen haben.“ Gerade durch Grölereien oder Belästigungen fielen bei der Polizei „eine Menge Einsätze an“: „Wenn das durch einen Wachschutz verhindert wird, dann sind wir nur froh darum.“

Jürgen Kortmann


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