Fünflinge - das ist wie ein Sechser im Lotto

Das Gruppenfoto der Fünflinge zeigt von links: Evelyn, Maria, Justina, Melissia und Josefina.
Das Gruppenfoto der Fünflinge zeigt von links: Evelyn, Maria, Justina, Melissia und Josefina.
Foto: Jürgen Kortmann
Was wir bereits wissen
Familie Lübke lädt Makarios und Fedah Touma mit ihren Kindern zum Urlaub auf Monikas Ferienhof in Wenholthausen ein.

Wenholthausen..  „Sind das alles Ihre?“ Ob er diese Frage nach den Kindern eigentlich noch hören könne? Makarios Touma verdreht die Augen: „Eigentlich nicht.“ Dennoch beantwortet er sie immer voller Stolz: „Alles meine!“ Es ist nun mal unglaublich ungewöhnlich, Fünflinge zu sehen.

Fünflinge auf „Monikas Ferienhof“ in Wenholthausen – das ist auch für die Familie Lübke, die das Landhaus betreibt, eine Premiere. Sie haben den Toumas, die im münsterländischen Gronau leben, eine Woche Urlaub im Wennetal geschenkt, so berührt waren sie von deren Geschichte. Auf 50 Millionen Geburten, auf natürlichem Weg gezeugt, kommt nur eine Fünflings-Entbindung – da ist ein Hauptgewinn im Lotto statistisch wahrscheinlicher.

Wenn ein Kind weint, weinen auch die anderen. Will sich eines bewegen, bewegen sich alle. Eineinhalb Jahre sind die fünf kleinen Mädchen inzwischen, alle gesund und munter. Mit Maria, Melissia, Justina, Josefina und Evelyn ist immer Leben in der Bude. Von morgens 7 Uhr, wenn sie wach werden, bis abends um 19 Uhr, wenn sie schlafen gehen.

Danach steht für Vater Makarios (33) und Mutter Fedah (28) aber noch die Hausarbeit an, zu der sie tagsüber nicht kommen – gegen 1 Uhr versuchen sie dann, den Tag zu beenden. Doch, den ersten Urlaub nach der Geburt haben sie sich redlich verdient. Zumal: Der großer Bruder Michael, fünf Jahre alt, freut sich, wenn die Eltern mal mehr Zeit auch für ihn wieder haben. Eine Planwagentour haben die Toumas in Wenholthausen unternommen, Ausflüge gemacht. Die Eltern beeindruckte vor allem das Klima: „Die Luft ist so gut, so sauber“, schwärmt Makarios Touma.

Hoffnung auf Zwillinge

Beim ersten Termin beim Frauenarzt, erinnert sich Fedah Touma, sei ihr Hoffnung auf Zwillinge gemacht worden. Das nächste Mal wurden Vierlinge entdeckt. Danach waren es Fünflinge. „Ich hatte Angst, dass es beim nächsten Termin Sechslinge werden“, erinnert sie sich heute an ihre Kontrollbesuche beim Frauenarzt: „Da war viel los in meinem Bauch.“ Die Schwangerschaft verlief ohne Komplikationen. In der 23. Woche kam sie ins Krankenhaus, in der 30. Schwangerschaftswoche wurden die Fünf per Kaiserschnitt auf die Welt geholt.

„Das Leben hat sich um 180 Grad gedreht“, sagt Makarios Touma. Eine größere Wohnung musste her, ein größeres Auto für die siebenköpfige Familie, unterwegs nutzen sie einen Drillings- und einen Zwillings-Kinderwagen. Auch, wenn eine Haushaltshilfe die Familie unterstützt: Einfach ist das Leben nicht. Vater Makarios ist Bauarbeiter, aber arbeitslos: „Ich muss der Familie helfen.“ Er hat sogar Verständnis für Betriebe, in denen die Arbeitgeber zurückzucken, wenn sie von seinen sechs Kindern hören. Es würden immer zwei, drei Kinder gleichzeitig krank – „wenn die Betriebe wissen, dass ich zu Hause bleiben muss, um mich mit zu kümmern, stellen sie mich nicht ein“.

Vielsprachig wachsen die Kinder heran: Deutsch, Niederländisch, Arabisch, Aramäisch. Makarios Touma kam als Kind aus Syrien in die Niederlande, wuchs dort auf, die Großeltern leben noch dort. Später zog er nach Deutschland. Seine Frau Fedah lernte er in Syrien kennen. Beide sind aramäische Christen – und stolz, die Sprache von Jesus sprechen zu können. Dass sie beide noch Familie im kriegsgeplagten Syrien haben und sich über deren Schicksal sorgen machen – das ist ein ganz anderes Thema.