Friedrich von Weichs: „Mir ist das Team wichtig“

In der Kanzlei hat Friedrich von Weichs mit vielen Rechtsgebieten zu tun. Sein Schwerpunkt liegt allerdings auf dem Familienrecht.
In der Kanzlei hat Friedrich von Weichs mit vielen Rechtsgebieten zu tun. Sein Schwerpunkt liegt allerdings auf dem Familienrecht.
Foto: Katrin Clemens
Was wir bereits wissen
An der Spitze des CDU-Ortsverbands Schmallenberg setzt der neue Vorsitzende Friedrich von Weichs auf Erfahrung.

Schmallenberg.. Vom Stellvertreter ist Friedrich Freiherr von Weichs zum Vorsitzenden des CDU-Ortsverbands gewählt worden. Im Gespräch mit dieser Zeitung erklärt der 48-Jährige, warum sein Adelstitel für viele keinen Unterschied macht.

Was ändert sich mit dem neuen Amt für Sie?

Friedrich Freiherr von Weichs: Bisher habe ich mich hauptsächlich um meinen Wahlkreis und CDU-Interna gekümmert. Jetzt muss ich die Interessen der CDU auch nach außen vertreten. Dadurch kommt mehr öffentliche Repräsentation dazu.

Was braucht die Schmallenberger CDU?

Die Schmallenberger CDU ist sehr vielseitig ausgerichtet. Im Vergleich zu den anderen Ratsfraktionen sind wir außerdem sehr jung. Meiner Meinung nach brauchen wir noch mehr junge Leute. Wir müssen die Junge Union in Schmallenberg wieder mehr beleben – sie soll fröhliche, offene und aktive Mitglieder haben. Die Politik soll ihnen Spaß machen. Wir wollen den jungen Leuten vermitteln, dass sie zusammen etwas bewegen können und dabei auch noch mit netten Leuten in Kontakt treten.

Die CDU hat ein konservatives Image – wie gehen Sie damit um?

Der Begriff „konservativ“ ist für mich nicht negativ belegt. Wir müssen rüberbringen, dass wir für alle und alles ein Gehör haben. Die einen CDUler sind eher kirchennah, so wie ich, andere sind begeisterte Schützen, wieder andere engagieren sich für Musik, Sport oder soziale Fragen – engstirnig und verschlossen ist niemand unter uns. Die Bürger können jedes Thema, das sie bewegt, an uns herantragen.

Vermissen Sie manchmal etwas mehr Feuer in den politischen Debatten – gerade weil die CDU hier eine so große Bedeutung hat?

Nein. Wir haben ja auch intern viele verschiedene Meinungen und Diskussionen. Was wir nach außen tragen, ist immer das Ergebnis eines Prozesses, der schon per se nie langweilig ist. Dass es im Rat vergleichsweise wenig Streit gibt, liegt daran, dass unsere Verwaltung super Arbeit leistet. Außerdem soll es ja um die Sache gehen und nicht darum, dass wir möglichst lange Reden schwingen.

Wie passt ein Adelstitel zu einer Volkspartei?

Der Adel ist deutsche Geschichte. Er ist seit 1918 abgeschafft, aber es gibt keinen Grund die ehemals adeligen Familien deshalb aus dem öffentlichen Leben auszugrenzen. Der Titel macht auch keinen Unterschied. Allen, die mich kennen – egal ob Wähler, Kollegen, Nachbarn oder Freunde – ist er völlig gleich.

Was bedeutet Ihnen Schmallenberg als gebürtiger Esloher?

Inzwischen liebe ich es hier zu leben, sowohl die Dörfer als auch die Stadt sind mir sehr ans Herz gewachsen. Ich fühle mich hier rundum wohl.

Woher holen Sie sich das Wissen, das Sie als Zugezogener nicht haben?

Mir ist das Team wichtig, in dem ich arbeite. Alfons Brüggemann und Michael Franke zum Beispiel sind wahnsinnig erfahrene Lokalpolitiker mit enormen Orts- und Hintergrundkenntnissen. Ohne Freunde wie sie hätte ich mir das Amt des Vorsitzenden wohl nicht zugetraut. Aber mit einem starken Team im Rücken gehe ich es zuversichtlich an.