„Freizeit habe ich nur wenig“

Volle Konzentration: Anna Schütte bei ihrem letzten Rennen in Steinach.
Volle Konzentration: Anna Schütte bei ihrem letzten Rennen in Steinach.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Für ihre sportlichen Ziele trainiert Skifahrerin Anna Schütte aus Westfeld fast jeden Tag – neben der Schule.

Westfeld..  „Born to ski“ – also geboren, um Ski zu fahren – steht auf dem Pullover der 13-jährigen Anna Schütte aus Westfeld. Sie ist Skirennläuferin und derzeit westdeutsche Meisterin im Riesenslalom. Im Gespräch mit dieser Zeitung erklärt sie, wie sie Schule und Training miteinander vereinbart und welche Ziele sie sich noch gesteckt hat.

Frage: Du kommst gerade von einem Rennen aus Österreich zurück. Wie ist es dort gelaufen?

Anna Schütte: Ich war mit meinem Team bei den westdeutschen Schülermeisterschaften in Maria Alm. Beim Riesenslalom lief es richtig gut, ich wurde unter den westdeutschen Schülern Erste und sonntags beim Slalom Vizemeisterin. Danach waren wir noch in Steinach bei den DSV-Schülerpunkterennen, wo es am Sonntag beim Slalom ebenfalls gut lief. In der Klasse U14 bin ich wieder Erste geworden. Beim Riesenslalom lief es nicht ganz so gut, da hatte ich ein bisschen Pech.

Wie schaffst du es Training, Schule und Freunde unter einen Hut zu bekommen?

Ich kann zum Glück mit meinen besten Freundinnen zusammen trainieren, weil sie auch Ski fahren. Wir sind also gleichzeitig Freundinnen und Konkurrentinnen. Von der Erich-Kästner-Realschule in Bad Fredeburg werde ich für die Rennen und auch für Lehrgänge freigestellt. Dass mich die Schule so unterstützt, freut mich – und auch, dass meine Mitschüler so viel Verständnis haben. Freizeit habe ich nur wenig, da ich in der Renn-Saison fast jeden Tag trainiere.

Wie ist aus dir eine so erfolgreiche Skifahrerin geworden?

Ich fahre schon seit ich klein bin mit meinem Papa Ski. 2008 bin ich dann bei einem Rennen in Bödefeld vom Skibezirk Hochsauerland angesprochen worden und seitdem Mitglied des Teams.

Und wie stellst du dir deine Zukunft vor?

Ich würde gerne mein Hobby zum Beruf machen, aber ich weiß noch nicht genau, wie das gehen kann. Ich müsste auf ein Sportinternat wechseln und das würde ich nur mit einer Freundin zusammen machen. Wenn es sportlich nicht klappen sollte, könnte ich mir auch vorstellen, Polizistin zu werden.

Was steht in der näheren Zukunft für dich an?

Einige Rennen kommen in dieser Saison noch. Anschließend findet die Sommervorbereitungszeit statt. Wir waren während des Sommers zum Beispiel schon oft in Österreich, um da auf Gletschern zu trainieren. Hier zu Hause laufe ich auch viel und fahre Fahrrad, um fit zu bleiben.

Das alles klingt nach harter Arbeit und auch nach viel Aufwand – wer unterstützt dich dabei?

Es gibt viele, die mir diesen Sport ermöglichen und mich unterstützen. Besonders meiner Familie, meinen Freunden, meinen Trainern und den Skiclubs Westfeld und Winterberg bin ich sehr dankbar dafür.