Freifunk-Netz: Viele Anfragen – schwache Versorgung

Foto: Bastian Haumann
Werbegemeinschaft und Freifunk kritisieren die schlechte Internetanbindung in Bestwig.

Bestwig..  Mehr als 35 Freifunk-Router gibt es inzwischen im Gemeindegebiet Bestwig. Doch vom freien W-Lan könnten in Bestwig noch mehr Menschen profitieren. Laut Werbegemeinschaft gibt es zwar noch viele weitere Privathaushalte und Betriebe, die Router installieren würden. Leider sei eine bessere Abdeckung bislang aber vielfach am nicht vorhandenen „schnellen Internet“ gescheitert.

Komplett ohne Internet

Zusammen mit der Werbegemeinschaft waren und sind die Bestwiger Freifunker sehr aktiv. Anfragen gab es bislang reichlich. Doch viele Haushalte, selbst Unternehmen haben zu schwache Internetanbindungen. Das betreffe nicht nur die um den Kernort herumliegenden Dörfer. Selbst Häuser entlang der Bundesstraße haben über die Telekom teils nur 6-Mbit-Anschlüsse, bestenfalls 16 Mbit, von denen aber oft nur die Hälfte an Leistung ankommt. Am Markt verfügbare Alternativen würden zu selten genutzt.

„Von den zahlreichen Anfragen konnten wir bisher nur in etwa zwei Drittel der Fälle einen Freifunk-Router installieren. Das ist zwar eine ordentliche Quote - doch laufen viele dieser Freifunk-Router am absoluten Minimum. Eine Internetleitung, die zum Arbeiten ausreichen mag, ist oftmals nicht der zusätzlichen Belastung durch Gäste oder Kunden gewachsen“, so Pascal Kirtz von Freifunk Bestwig.

Im Gemeindegebiet gebe es sogar Häuser komplett ohne Internet. Zum Beispiel in Wasserfall. „Der NRW-Landtag hat sich bereits für eine Unterstützung des Freifunks ausgesprochen. Politisch stehen die Ampeln also auf Grün.“ Was Kirtz und seinen Kollegen in Bestwig das Leben schwer macht ist, dass eine zuverlässige Breitbandversorgung ortsübergreifend fehlt.

„Es kann nicht sein, dass selbst Unternehmen mit so schwachen Internetanbindungen auskommen müssen“, betont der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Bestwig, Olaf Badelt. Hier seien die Netzanbieter gefragt, den Ausbau weiter voranzutreiben. In einigen Fällen seien es aber auch die Immobilienbesitzer, die Abhilfe leisten könnten – und sollten. „Wer ein Gewerbeobjekt vermietet, muss schnelles Internet bereitstellen. Und wenn der Anschluss über die Telekom nicht mehr hergibt, dann muss eben einer von Unitymedia gelegt werden, zumindest da wo es möglich ist“, so Badelt.

Aufkleber an Türen und Fenstern

Dass schnelles Internet ein wichtiger Standortfaktor für Bestwig ist, betont auch Bürgermeister Ralf Péus. „In dieser Sache müssen wir alle zusammenarbeiten und die Anbieter immer wieder dazu auffordern, die Versorgung auszubauen.“ Es sei besonders erfreulich, dass es in Bestwig so viele Bürger gibt, die Freifunk unterstützen wollen. „Das darf nicht an der Versorgung scheitern.“

In Betrieben, die freies W-Lan via Freifunk bereitstellen, kennzeichnen Aufkleber in Türen und Schaufenstern diesen Service. Für Gastronomen hat die Werbegemeinschaft Tischaufsteller produzieren lassen.