Forschung mit einem Mini-Radar

Meschede..  Elektrotechnik-Student Chris Hoffmann hält etwas in der Hand, was ziemlich genau aussieht wie ein blaues Ei. Der erste Eindruck täuscht: Es handelt sich nicht um eine Osterdekoration, sondern um ein hochauflösendes Radargerät. Genauer gesagt um ein frequenzmoduliertes Dauerstrichradar, mit dem Hoffmann Materialproben analysiert.

Der Bachelorstudent arbeitet im Labor für Hochfrequenztechnik gerade an seiner Abschlussarbeit. Er untersucht, wie nicht leitende Materialien auf elektromagnetische Wellen reagieren – also zum Beispiel Holz, Kunststoff oder Glas. Über Laufzeitmessungen bestimmt er die sogenannte Permitivität, die Durchlässigkeit von Materialien für elektrische Felder. „Elektromagnetische Wellen breiten sich in Luft schneller aus als in festen Materialien, die Verlangsamung wird von der Permitivität beeinflusst“, erklärt Hoffmann. Soll heißen: Wer die Permitivität eines Werkstoffs bei bestimmten Frequenzen elektromagnetischer Wellen kennt, kann mit einem Radargerät den Werkstoff erkennen.

Qualitätskontrolle von Pizzen

Und wofür braucht man das? „Zum Beispiel kann man in der Qualitätskontrolle von Tiefkühl-Pizzen Verunreinigungen im Teig mit dem Radar ausleuchten“, so Hoffmann. „Denn wer isst schon gerne Kunststoffstückchen.“ Oder man kann simulieren, wie die Kunststoff-Hülle eines Handys die Antenne beeinflusst. Oder, oder, oder - das Spektrum ist groß. Deshalb entwirft der Student in seiner Arbeit einen Messplatz. Hierzu misst er mit einem einfachen Versuchsaufbau verschiedene Werkstoffe, hat Software, Signalverarbeitung und Auswertungsalgorithmen entwickelt. „Ich mache gerne etwas mit Radartechnik“, sagt Hoffmann, der im Abitur mit Mathematik und Physik den Grundstein für seinen elektrotechnischen Werdegang legte.