Das aktuelle Wetter Meschede -1°C
Henne-Öffnung

Fluss wird erst einmal zur fischfreien Zone

19.06.2012 | 06:00 Uhr
Fluss wird erst einmal zur fischfreien Zone
Auch dieses Prachtexemplar einer Regenbogenforelle wurde in der Henne gefangen. In der Ruhr findet sie vorübergehend eine neue Heimat. Fotos: Jürgen Kortmann

Meschede.   Wenn heute oben offiziell der Henne-Deckel geöffnet wird, dann treibt sich unten am und im Wasser niemand mehr herum. Wasseramsel und Fledermäuse haben bereits ihre neuen Quartiere bezogen. Gestern waren die Fische an der Reihe. Für die Dauer der Bauarbeiten ist die Henne jetzt zur fischfreien Zone gemacht worden.

Wenn heute oben offiziell der Henne-Deckel geöffnet wird, dann treibt sich unten am und im Wasser niemand mehr herum. Wasseramsel und Fledermäuse haben bereits ihre neuen Quartiere bezogen. Gestern waren die Fische an der Reihe. Für die Dauer der Bauarbeiten ist die Henne jetzt zur fischfreien Zone gemacht worden.

Kein Fisch soll durch die Bauarbeiten zu Schaden kommen. Die Henne wurde deshalb vorübergehend zur fischfreien Zone.

Peter Wiese, Vorsitzender des Fischereivereins Meschede, war erstaunt, wie viel Leben selbst in der bislang dunklen, bisher überbauten Zone herrscht. 126 Bachforellen, 142 Mühlkoppen, 3 Äschen und – eine Überraschung für die Experten – 3 höchst seltene Bachneunaugen gingen den Anglern gestern Morgen in ihre Kescher. Von der Einmündung in die Ruhr bis zur Neufraunhofer Brücke wurde die Henne komplett abgefischt: Kein Fisch soll bei den Bauarbeiten zu Schaden kommen.

„Bisher ist die Henne hier ja nur eine Ablaufrinne“, meint Peter Wiese. Nicht nur städtebaulich soll deshalb das Unternehmen Henne-Öffnung für Meschede ein Gewinn werden. Fischwirtschaftsmeister Lars Brackwehr vom Ruhrverband ist sicher, dies gelingt auch ökologisch: „Der Fischbestand in der Henne wird steigen.“ Denn Fische brauchen das Licht. Bisher wirkte die Henne-Überbauung wie ein Tunnel, in den sich Fische nicht von der Ruhr her hineinwagten. Hinzu kommen künftig so genannte Störsteine und Schwellen, die als Verstecke im Fluss eingebaut werden.

Eimerweise wurden in der Henne Fische gefangen.

Künftig werden deshalb wohl auch wieder verstärkt Fische die Henne hinauf wandern und heimisch werden. Dass am Ende womöglich selbst Lachse hier anzutreffen wären (Wiese: „Das wäre unser Traum“), bleibt aber echte Zukunftsmusik: Dafür müsste die Ruhr auf ihrem langen Verlauf komplett hindernisfrei sein, es gibt aber noch etliche Wehren ohne eigene Fischtreppe.

Gestern um 9 Uhr musste die Abfischung beendet sein. Da begann pünktlich der Bagger mit seinen Abrissarbeiten. Drei weitere Abfischungen werden in den nächsten Wochen folgen, wenn im Bereich des Kreishauses die Arbeiten am Henne-Park beginnen. Sechs Helfer vom Fischereiverein unterstützten die Profis vom Ruhrverband. Die Fische wurden – unbedenklich für die Tiere – elektrisch betäubt, dann per Kescher eingefangen und sofort in eine Wanne mit Wasser gelegt.

Ausgesetzt wurden die 274 Fische wieder an der Ruhr bei Heinrichsthal. Dort kann es der Fluss gut vertragen: „Da hat der Kormoran mächtig aufgeräumt“, sagt Peter Wiese. Heimlich mitgenommen für die eigene Küche hat gestern niemand einen Fisch. Das ist gegen die Anglerehre. Schließlich ist der Verein ein reiner Fliegenfischerclub, der nicht mit Wurm und Made, sondern mit künstlicher Fliege angelt.

Jürgen Kortmann



Kommentare
19.06.2012
17:14
Fluss wird erst einmal zur fischfreien Zone
von Kalliabg12345 | #1

Das ist keine Regenforelle, sondern eine Bachforelle!!!!!

Aus dem Ressort
Feiernde Stadtverwaltung verursacht Großalarm der Feuerwehr
Brandgeruch
Großalarm kurz vor Ladenschluss - mit großem Tatütata ist am Donnerstagabend die Mescheder Feuerwehr in der Fußgängerzone vorgefahren. „Unklarer Brandgeruch im Ladenlokal“ lautete die Meldung. Verursacher war die in einem benachbarten Cafè zur fröhlichen Weihnachtsfeier versammelte Stadtverwaltung.
Mit Walze in Graben gestürzt - 67-Jähriger schwer verletzt
Arbeitsunfall
Ein Mann ist in Grimmlinghausen bei Bestwig unter eine drei Tonnen schwere Walze geraten und schwer verletzt worden. Der 67-Jährige war mit Arbeiten auf einem Privatgrundstück beschäftigt. Beim Planieren einer leicht abschüssigen Schotterfläche kippte die Walze laut Polizei in den Graben.
Einigkeit nach vielen Diskussionen im Vorfeld
Feuerwehrhaus
Nach vielen Diskussionen im Vorfeld hat der Esloher Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einen einstimmigen Beschluss zum Feuerwehrhaus gefasst. Lediglich zwischen CDU und FDP gab es erneut ein kleines Scharmützel.
Sozialhilfe-Betrug im Offenen Ganztag
Prozess
Der Vorwurf: Zwischen September 2009 und November 2012 war einer Mitarbeiterin, die an der Schule als „Mädchen für alles“ fungierte, rund 11 000 Euro Lohn gezahlt worden in monatlichen Beträgen zwischen 190 und rund 550 Euro. Da sie zeitgleich Hartz IV erhielt, hätte sie maximal 100 Euro verdienen...
„Bürger für Schmallenberg“: Sparen statt Steuererhöhung
Politik
Die BFS lehnt die von der Verwaltung vorgeschlagene Steuererhöhung ab: „Die Verwaltung geht mit dem Haushaltsentwurf 2015 den einfachen Weg der Gebühren- und Steuererhöhung“, kritisiert die BFS in einer Pressemitteilung.
Fotos und Videos
Rums-Bums
Bildgalerie
Fotostrecke
Schacka & Söhne
Bildgalerie
Konzert
Der erste Schnee in Winterberg
Bildgalerie
Wintersport