FKK-Karneval in Freienohl ist endgültig Geschichte

Ein Bild aus besseren Tagen: 2013 fand die letzte Prunksitzung in Freienohl statt.
Ein Bild aus besseren Tagen: 2013 fand die letzte Prunksitzung in Freienohl statt.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Weniger Zuschauer, steigende Kosten – die Organisatoren mussten die Hoffnung auf eine Wiederbelebung der Prunksitzung begraben.

Freienohl..  Eine Abwärtsspirale aus verschiedenen Faktoren hat dazu geführt, dass die Prunksitzung des Freienohler Karnevals-Komitees (FKK) nach 2014 nun endgültig nicht mehr stattfinden wird. Damit ruht der Verein mangels Vereinstätigkeit, die Auflösung ist nur noch eine Frage der Zeit. Weniger Eigengewächse, weniger Zuschauer, mehr Zukauf externer Programmpunkte, Hallenkosten – der FKK-Karneval hat die Grenze des Machbaren überschritten. Noch-Vorsitzender Martin Mockenhaupt erklärt, warum.

Herr Mockenhaupt, wie kam es zur endgültigen Absage des Freienohler Karnevals?

Über die Jahre ist das Publikum immer kleiner geworden, zuletzt waren es vielleicht noch 100 Personen in der Schützenhalle. Kürzlich hat auch noch die Trainerin der Tanzgarde aufgehört. Das sind allein 45 Kinder, die plötzlich wegfallen, weil sie nicht mehr üben können. Für die Garde hätten wir teuren Ersatz engagieren müssen, um das Programm attraktiv zu halten. Dadurch steigen dann wieder die Kosten, Fremdgarden und -künstler kosten eben Geld. Ein Büttenredner 200 Euro, ein Sänger 800, eine Liveband dazu – dann kommt schnell eine stattliche Summe zusammen. Nach 2014 hatten wir die Hoffnung, dass es wieder wird, aber das hat sich zerschlagen.

Warum sind die Besucherzahlen so stark gesunken?

Wir hatten keine eigenen Leute auf der Bühne, unser Programm zog dann wohl einfach nicht mehr. Offenbar stehen die Leute auch lieber vor der Theke, als ein stundenlanges Programm zu verfolgen. Unser Konzept ging nicht auf.

Woher kommen die Nachwuchsprobleme?

Anfangs waren in Freienohl alle glücklich – wir hatten auch mehr Aktive und Leute aus den eigenen Reihen auf der Bühne. Im Laufe der Jahre sind die allerdings auch älter geworden, und es kam kaum jemand nach. Mit nur acht bis zehn Leuten, die im Schnitt 70 Jahre alt sind, kann man keine Karnevalsveranstaltung bestreiten, auch den Aufbau nicht. Früher haben wir donnerstags angefangen und in den Schulen geworben, das Kinderprinzenpaar ist aufgetreten. Zuletzt sind selbst dessen Eltern nicht mehr mitgekommen.

Wie hat sich der Freienohler Karneval finanziert?

Hauptsächlich über den Eintritt. Außerdem haben wir Spenden gesammelt. Wenn die Schützenhalle mit 500 oder 600 Leuten voll ist, können wir das finanziell stemmen, aber bei nur 100 Besuchern nicht. Die Halle muss beheizt werden, Bühnenaufbau, Strom, Musik – alles brach weg.

Liegt es vielleicht daran, dass der Karneval in Freienohl einfach einen anderen Status hat als in anderen Stadtteilen?

In der Rümmecke gibt es eine kleine Veranstaltung, die wir immer besucht haben, aber von denen kam im Gegenzug nie jemand hoch zu uns. Es fehlte an Eigengewächsen aus der Freienohler Bevölkerung. Damit kann sich das Publikum identifizieren, es kommen dann ja auch Beiträge über lokale Personen und Ereignisse.