Fachkräftemangel bis 2020

Das Logo der Agentur für Arbeit.
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Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Die niedrige Arbeitslosenquote im Bezirk Meschede-Soest zeigt auf ein besonderes Problem - den Fachkräftemangel. Bis 2020 wird es, im Vergleich zu 2010, 23 Prozent weniger Schulabgänger geben.

Meschede..  Im Dezember war die Freude noch groß gewesen - da verzeichnete die Arbeitsagentur im Bezirk Meschede-Soest die deutschlandweit niedrigsten Arbeitslosenzahlen. Im Januar kam dann der Absturz: die Region hatte den höchsten Anstieg in NRW - freilich noch immer auf niedrigem Niveau. Diana Leist, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit Meschede-Soest, bleibt daher zuversichtlich.

Entlassungen zum Jahresende

Auch in den vergangenen Jahren habe der Anstieg um diese Zeit zwischen acht und neun Prozent gelegen, erklärt sie. „Jetzt machen sich die Entlassungen zum Jahresende bemerkbar, ebenso wie das Ende der zweieinhalb- und dreieinhalbjährigen Ausbildungen.“

Die Pressesprecherin verweist auf die grundsätzlich sehr niedrigen Arbeitslosenzahlen in der Region. So habe man im vergangenen Jahr im Hochsauerlandkreis den Höchststand der Beschäftigten in den letzten zehn Jahren erreicht.

Dieses gute Ergebnis begründet Leist mit dem guten Branchenmix sowie der Kombination von kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Weltmarktführern in der Region. „Wir haben hier eine ländliche Region mit gut funktionierenden Netzwerken. Man kennt immer mal jemanden, der einen kennt, der dann Arbeit zu vergeben hat. Die Menschen hier halten zusammen“, beschreibt Leist die Situation.

Die niedrige Arbeitslosenquote verweist auf ein anderes Problem - den Fachkräftemangel. Bis 2020 wird es (im Vergleich zu 2010) 23 Prozent weniger Schulabgänger geben. Gute Auszubildende werden also für die Betriebe noch schwieriger zu finden sein, so dass immer mehr Betriebe mit attraktiven Angeboten, die über die Ausbildung hinaus gehen, werben müssen.

„In abgelegenen Hotelbetrieben könnten die Inhaber zum Beispiel die Nutzung eines Motorrollers anbieten, damit die Azubis mobiler sind“, schlägt Leist vor. Den meisten Betrieben sei die bevorstehende Umstellung jedoch bewusst und mit vielen guten Ideen arbeiteten viele aktiv an der Umsetzung.

„Im Handwerk gibt es immer mal Schwierigkeiten jemanden zu finden. Aber genauso im Pflegesektor und im Hotel- und Gastronomiebereich“, weiß Leist. Auch die Agentur für Arbeit hilft. Zuletzt hatte sie Jugendlichen aus Kroatien eine Ausbildung in Hotelbetrieben in Winterberg angeboten.

Darüber hinaus versucht Leist den Blick auf vernachlässigte Personengruppen zu lenken und auf Potenziale zurück zu greifen. „Gerade ältere Menschen und Menschen mit Behinderung gehen mit einem besonderen Ehrgeiz und einer hohen Motivation an ihre Arbeit. Leider sind die Vorbehalte immer noch nicht überwunden.“

Die Agentur für Arbeit helfe auch mit Weiterbildungen, um betriebsintern gering qualifizierte Mitarbeiter zu Fachkräften fortzubilden, oder aber schwächere Azubis mit Nachhilfe zu unterstützen. „Die Unternehmen müssen sich darauf einstellen, dass es weniger Azubis geben wird und dass auch der nur zu 99 Prozent perfekte Bewerber eine Chance verdient hat“, so Leist.