„Es wird jetzt kein Rot-Rot-Grün geben“

Vor dem Deutschen Bundestag in Berlin: der heimische SPD-Abgeordnete Dirk Wiese.
Vor dem Deutschen Bundestag in Berlin: der heimische SPD-Abgeordnete Dirk Wiese.
Foto: Privat
Was wir bereits wissen
An das baldige Ende der Großen Koalition glaubt Dirk Wiese (SPD), heimischer Bundestagsabgeordneter, nicht. Dafür sieht er viele wichtige Aufgaben für dieses Jahr.

Meschede..  Der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Dirk Wiese ist von seiner Fraktion zum neuen Jahr in den Wirtschaftsausschuss des Bundestages berufen worden. „Dadurch kann ich künftig auch die wirtschaftlichen Interessen der Region besser in Berlin vertreten“, kündigte er an. Sein Amt im Ernährungs- und Landwirtschaftsausschuss legt Wiese dafür nieder. Ein Rück- und Ausblick mit dem 31-jährigen Politiker.

Mindestlohn

8,50 Euro beträgt der Mindestlohn seit Beginn dieses Jahres - für Wiese ein ganz wichtiges Thema. Fast 33 000 Menschen profitierten allein im Hochsauerlandkreis davon. „Das stärkt auch die Kaufkraft“, sagt Wiese. Er verspricht, die bürokratischen Auswirkungen des Gesetzes bei Zeiten anzuschauen. Beispielsweise der Tourismus klagt über viel Dokumentationsarbeit.

Rente mit 63

„Das haben sich die Menschen verdient, es ist kein Geschenk“, meint Wiese. Ihm ist wichtig, dass die SPD dieses Wahlkampfversprechen eingelöst hat. Seine Einschätzung: Das Angebot wird viel in Anspruch genommen.

Arbeitsmarkt

Bei der Leiharbeit sieht Wiese eine wichtige Baustelle für 2015: Insbesondere in Unternehmen ohne Betriebsrat gebe es Probleme. Das Instrument werde oft missbraucht, dabei sei es nur dafür da, Auftragsspitzen aufzufangen. Seine Einschätzung: Künftig wird nach neun Monaten gleicher Lohn für gleiche Arbeit gezahlt. Auch bei Werkverträgen, die dazu führten, dass selbstständige Regaleinräumer im Einzelhandel tätig seien, und bei immer wieder kehrenden befristeten Arbeitsverträgen müssen neue Regelungen her.

Griechenland

Der SPD-Politiker glaubt nicht an einen Euro-Austritt Griechenlands. Letztlich werde es um Nachverhandlungen gehen. Er rät zur Gelassenheit und hält nichts davon, sich in den dortigen Wahlkampf einzumischen. Aus Wieses Sicht hat Deutschland bisher von den Krediten an Griechenland und den dazu gehörigen Zinsen profitiert.

Flüchtlinge

Wiese rechnet mit weiter steigenden Zahlen, insbesondere aus Syrien und dem Irak. „Wir sind ein Land, das Flüchtlinge willkommen heißt in Notsituationen“, sagt er. Im Hochsauerland verlaufe die Aufnahme vorbildlich. Die Pegida-Proteste hält er für organisiert von einem Umfeld aus Rechtsradikalen und Neonazis. Unter den Mitläufern seien viele, die verunsichert seien und teilweise absurden Verschwörungstheorien anhingen.

Windkraft

Wiese ist ein Befürworter der Windkraft auch im heimischen Raum - aber: 18 000 Hektar, wie von der Bezirksregierung vorgesehen, seien zu viel. Der SPD-Abgeordnete plädiert für „Windkraft mit Augenmaß“.

Große Koalition

Das Bündnis aus CDU, CSU und SPD wird bis September 2017 halten - davon ist Wiese im Gegensatz zum CDU-Mann Sensburg überzeugt: „Wir haben gute Arbeit gemacht und es wird jetzt keinen Schwenk zu Rot-Rot-Grün geben“. Den Christdemokraten wirft Wiese vor, bereits Geplänkel für den Landtagswahlkampf in Nordrhein-Westfalen im Mai 2017 zu betreiben.

Fracking

Aus Sicht von Wiese wird Fracking im Sauerland unmöglich werden. „Es wird ein Gesetz mit Hürden geben, die dafür zu hoch sind.“