"Es ist einfach überwältigend"
18.02.2010 | 12:00 Uhr 2010-02-18T12:00:00+0100Schmallenberg. (stef) Das Erdbeben in Haiti am 12. Januar, bei dem etwa 150 000 Menschen ums Leben kamen, hat auch die Schmallenberger betroffen gemacht.
Mit Spenden wollen sie den Menschen in dem Karibik-Inselstaat helfen. Viele folgten dem Aufruf des Aktionskreises „Hilfe für Menschen in Not” der Gemeinde St. Alexander Schmallenberg: Zusammengekommen ist die stolze Summe von 33 000 Euro.
„Es ist einfach überwältigend”, freut sich Ursula Lingens vom Aktionskreis. Am 20. Januar hatte sie den Spendenaufruf in unserer Zeitung gestartet. Zwei Tage später waren bereits 3000 Euro auf die Spendenkonten überwiesen worden. Viele Privatspenden waren dabei, mit Beträgen zwischen zwei und eintausend Euro. Auch Firmen, Vereine, Gruppen, Schulen, Nachbarn haben ihre Kräfte gebündelt und beachtliche Summen für die Menschen auf Haiti gesammelt. Dabei kamen die Spenden nicht nur aus dem Stadtgebiet, sondern „auch aus dem weiten Umkreis”, sagt Ursula Lingens. „Viele Leute waren berührt und betroffen.”
Mehr als 33 000 Euro werden nun an die Missionszentrale der Franziskaner überwiesen. Sie leiten das Geld direkt weiter nach Haiti.
An drei Orten in Haiti leben Franziskaner, 15 in der Hauptstadt Port-au-Prince. Einer von ihnen, Bruder Colombo, beschreibt die aktuelle Situation: „Jeden Tag kämpfen wir um Essen, Schutz, Medizin für die Bevölkerung. In einem Umkreis von 100 Metern liegen nach wie vor zahllose Tote unter den zerstörten Häusern, da es keine Möglichkeit gibt, die Trümmer wegzuräumen.” Neben der Ersten Hilfe ist es den Franziskanern wichtig, an langfristigen Lösungen gegen die Armut zu arbeiten. Die Spenden aus dem Sauerland werden dabei helfen. „Danke, dass Sie Haiti nicht vergessen haben in dieser tragischen Stunde, die einem Alptraum gleicht - und zwar einem langen.” Dem Dank von Bruder Colombo schließt sich auch Bruder Augustinus Diekmann, Leiter der Franziskaner Mission in Dortmund, an, der im Kontakt zum Aktionskreis steht und die Hilfe vermittelt.
Und die Welle der Hilfsbereitschaft rollt weiter. Auch noch in dieser Woche gingen Anfragen bei Ursula Lingens ein. Etwa 300 Überweisungen sind bisher getätigt worden, weitere werden noch folgen.
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