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Sauerland-Bergpreis

Es geht um Technik und jede Menge Gefühl

10.10.2011 | 10:31 Uhr
Es geht um Technik und jede Menge Gefühl
Kamen 2010 noch 5000 Zuschauer zum Sauerland-Bergpreis, waren es in diesem Jahr deutlich weniger. Noch hat sich Ramsbeck als Rennort keinen Namen gemacht.

Ramsbeck.2010 kehrten die Pferdestärken ins Hochsauerland zurück. Der Sauerland-Bergpreis Historic lockte Tausende an die Nuttlarer Rennstrecke und rief Erinnerungen an goldene Zeiten wach. Die zweite Auflage musste am Wochenende auf eine kürzere Strecke ausweichen. Doch auch zwischen Ramsbeck und Berlar machte das Brüllen der Oldtimermotoren einiges her.

Das tiefe Grollen der Cobra Dax dringt schon aus dem Tal herauf. Die Zuschauer am Streckenrand spüren es, der britische Sportwagen ist hungrig, er will den Sieg. Nun schießt er aus der steilen Kurve hervor, nimmt die letzte Schikane mit Eleganz. Vom Ziel trennen ihn noch wenige hundert Meter. Jetzt noch einmal Gas geben, letzte Sekunden gut machen. Doch der Fahrer steigt auf die Bremse. Schritt- statt Schallgeschwindigkeit. Die Cobra schlängelt sich langsam über die Ziellinie.

Zuviel Gas

Wie im vergangenen Jahr geht es im Sauerland nicht um Geschwindigkeit, sondern um Gleichmäßigkeit. Wer am Anfang zu viel Gas gibt, muss es am Ende wieder wegnehmen.

Sauerland Bergpreis

Ziel beim Bergpreis Historic ist es, eine Referenzzeit möglichst genau zu treffen. Vier Wertungsläufe werden gefahren, die Abweichungen am Ende zusammengezählt. Zumeist entscheiden hundertstel Sekunden über Sieg oder Niederlage. Es geht nicht um Pferdestärken allein, sondern um Technik und Gefühl der Fahrer. Kein Wunder, dass ein PS-Monster wie die Cobra nach dem zweiten Wertungslauf zwar in Führung, aber nur knapp vor einem Austin Mini Cooper liegt.

Attraktive Strecke

Weil die Fahrer nicht an anderen, sondern an sich selbst gemessen werden, fällt auch der Wechsel des Rennortes zunächst nicht allzu stark ins Gewicht. Zwar ist die Strecke zwischen Ramsbeck und Berlar mit 1550 Meter nicht einmal halb so lang wie die Nuttlarer Rennstrecke. Trotzdem sei sie abwechslungsreich und attraktiv. Für Veranstalter Horst Schöne bieten Ramsbeck und insbesondere der Startbereich im Industriegebiet Ziegelwiese zudem einige weitere Vorteile. „Wir haben hier deutlich mehr Platz um das Fahrerlager und den Eventbereich aufzubauen. Viele Fahrer wollen ihre Autos gern ausstellen und präsentieren“, sagt er und nickt in Richtung des großen Parkplatzes.

Tatsächlich, dort stehen sie: 1929er Oldtimer neben Opel Manta und VW Golf neben einem Formel-Wagen. Ihre Besitzer fachsimpeln oder grinsen in die Kameras der Schaulustigen. Kleine Jungs erkundigen sich aufgeregt nach PS-Zahlen.

Beim 2. Bergpreis wurden viele Schwächen des Vorgängers ausgebessert. Neben ausreichend Platz gibt es nun auch gute Verpflegung an Start und Ziel. Und selbst der vielleicht größte Krisenherd des vergangenen Jahres wurde ausgemerzt: der Einsatz der Ordnungshüter. „Die Zusammenarbeit mit der Polizei hat in diesem Jahr hervorragend geklappt“, sagt Schöne sichtlich erleichtert.

2010 war die Polizei mit vermeintlich hartem Vorgehen auf Unverständnis gestoßen. Einige Fahrer und viele Zuschauer empfanden etwa die unangekündigten Radarkontrollen als unnötige Schikane. Nun wurde bereits im Vorfeld des Gespräch gesucht und Absprachen getroffen. Geschwindigkeitskontrollen fanden nicht statt. Dass die Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern eingehalten wurde und es keine Zwischenfälle gab, spricht für die gute Organisation und die Disziplin der Fahrer.

Stephan Happel

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