Erstes Gutachten liegt vor

Hier soll die geplante Putenmastanlage in Schederberge entstehen.
Hier soll die geplante Putenmastanlage in Schederberge entstehen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Im März soll die Entscheidung zur geplanten Putenmastanlage in Schederberge fallen. Ein erstes Gutachten räumt Bedenken aus: Durch Lärm seien keine Beeinträchtigungen zu erwarten.

Schederberge..  Voraussichtlich im März soll die Entscheidung fallen, ob in Schederberge die geplante Putenmastanlage gebaut werden kann. Zunächst wird sich damit am 19. März der Stadtentwicklungsausschuss befassen, am 26. März dann der Stadtrat.

Eigentlich wäre der Bauantrag nur eine Sache des zuständigen Fachausschusses, wegen des öffentlichen Interesses an dem Thema und der „besonderen Tragweite“ will Bürgermeister Uli Hess aber auch den Rat einbinden, „um alle Schritte transparent zu machen“.

Die Stadt Meschede ist die zuständige Behörde für die Baugenehmigung. Der Hochsauerlandkreis hat als Fachbehörde zwei Gutachten zu den Rahmenbedingungen der geplanten Anlage für fast 10 000 Puten überprüft. Beide Gutachten sind von dem Bauherrn Karl-Johannes Heinemann (Horbach) in Auftrag gegeben worden.

Landesamt prüft zweites Gutachten

Dabei kommt das Lärmschutz-Gutachten zu dem Schluss, dass von der Anlage keine Beeinträchtigungen für die Dorfbewohner zu erwarten seien, so Kreis-Sprecher Martin Reuther. Auch ein Geruchs-Gutachten stütze zwar grundsätzlich das Projekt, so Reuther. Weil sich daraus aber zusätzliche Fragen zum Thema der Windverteilung ergeben hätten, sei dieses Gutachten zur weiteren Prüfung an das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz zur fachlichen Überprüfung weitergeleitet worden. Dazu wird Mitte Februar eine Stellungnahme erwartet. Gegen die Putenmastanlage läuft im Internet eine Online-Petition – nicht nur aus Tierschutzgründen wegen der umstrittenen Haltung der Puten, sondern auch aus Sorge um den Erholungswert, wegen der befürchteten schädlichen Umweltauswirkungen und eines drohenden Werteverlustes der Gebäude im Dorf: „Unser Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit gilt es zu schützen“, heißt es in der Petition.

Die Petition der „Interessengemeinschaft Schederberge“ unterstützen bislang 5780 Menschen, davon 2243 aus dem Hochsauerlandkreis. Darunter wiederum sind 1339 aus Meschede.