Erstes Duell der Bürgermeister-Kandidaten

Ein Taschenmesser als symbolisches Geschenk bekamen Christoph Weber (Mitte) und Jürgen Lipke (rechts) von Heike Wagener vom Dorfverein überreicht.Das Duell war zu dem Zeitpunkt auch schon beendet...
Ein Taschenmesser als symbolisches Geschenk bekamen Christoph Weber (Mitte) und Jürgen Lipke (rechts) von Heike Wagener vom Dorfverein überreicht.Das Duell war zu dem Zeitpunkt auch schon beendet...
Was wir bereits wissen
Christoph Weber (CDU) und Jürgen Lipke (SPD) wollen im September neuer Bürgermeister von Meschede werden. Jetzt trafen sie zum ersten Mal aufeinander beim Duell.

Wehrstapel..  Der Wahlkampf hat noch gar nicht richtig begonnen, vier Monate sind es noch, bis in der Stadt Meschede über einen neuen Bürgermeister abgestimmt wird. Und doch hat es bereits das erste öffentliche Kandidaten-Duell gegeben. Ungewöhnlich früh traten Christoph Weber (CDU) und Jürgen Lipke (SPD) gegeneinander an. Das Aufeinandertreffen gab Einblicke in einen Wahlkampf, der anders werden wird als andere.

Bodenhaftung, das klingt manchmal abwertend, ein wenig provinziell. Dabei ist es eine positive Eigenschaft, wenn man die Menschen im Sauerland verstehen und mit ihnen arbeiten möchte. Bodenhaftung haben beide Kandidaten, das zeigt sich an diesem Abend. Sie sitzen Stuhl an Stuhl nebeneinander. Vor ihnen eine lange Tafel mit Bier und Softdrinks und ein wenig Süßkram. Schauplatz ist keine große Bühne, es ist der kompakte Speisesaal der Schützenbruderschaft Heinrichsthal-Wehrstapel.

Coup des Dorfvereins

Dem Dorfverein um den Vorsitzenden Fritz Kramer ist ein kleiner Coup gelungen. Er hat die beiden Spitzenkandidaten eingeladen. Sie haben prompt zugesagt. 50 Bewohner aus dem Doppelort sind gekommen, zunächst aber wird die Generalversammlung des Dorfvereins mit klassischen Tagesordnungspunkten abgehandelt. Dann wird ein Redepult vorn aufgebaut. Und die beiden Bürgermeister-Kandidaten können sich präsentieren.

Was auffällt: Beide sind ein wenig sympathisch nervös, es ist der erste gemeinsame Auftritt. Hier stehen zwei Vollblutkommunalpolitiker im Rampenlicht, aber keine geschliffenen Polit-Funktionäre, die manchmal schwer zu greifen sind. Der gegenseitige Umgang ist freundlich, der eine spricht vom „Christoph“, der andere vom „Jürgen“. Beide sind noch im Ehrenamt, sie haben einen Hauptberuf und investieren viel: Weber reiste aus Frankfurt an und musste abends wieder zurück, Lipke kam aus Dortmund und musste morgens wieder ins Ruhrgebiet.

Weber macht den Anfang, er stellt sich persönlich vor. „Meschede ist mein Zuhause“, sagt er, damit meint er die gesamte Stadt, das ist ihm wichtig. Und er benennt Beispiele wie die Feuerwehr, wo über Dörfer hinweg zusammengearbeitet wird. Am Ende bemüht er sogar das sozialdemokratische Urgestein Willi Brandt: „Es wächst zusammen, was zusammengehört.“ Weber verspricht ein „bürgerliches Amtsverständnis“. Konzeptionell will er arbeiten wie schon Amtsinhaber Uli Hess. Und die Finanzen im Blick halten: „Wir können nur ausgeben, was wir einnehmen.“

„Langsam gereift“

Auch Jürgen Lipke nimmt die Zuhörer mit auf eine Reise durch seinen Lebenslauf. Langsam sei es in ihm gereift, für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren, berichtet er. „Stadt und Bürger liegen mir am Herzen.“ Auch für ihn ist „Meschede die Summe aller Ortsteile.“ Für ihn als Sozialdemokrat ist es ein „roter Faden“, der sich zur Orientierung durch alle Projekte ziehen müsse, sollte er Bürgermeister werden. Ein ausgeglichener Haushalt als Ziel - auch für ihn sind die Finanzen ein Thema. Lipke äußert sich auch zu den Flüchtlingszahlen: „Wir brauchen Zuzug von Migranten“, bekräftigt er.