Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

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Was wir bereits wissen
Bunte Lichter. Eindrucksvolle Effekte. Ordentlicher Ton. Für das Publikum ist all das beim Saalkarneval selbstverständlich. Nur die wenigsten machen sich Gedanken über die Technik und die Arbeit die dahinter steckt. In Cobbenrode sind es drei junge Männer, die den gesamten „technischen Laden schmeißen“. Sie sorgen auch beim Rosenmontagszug für den „guten Ton“.

Cobbenrode..  Zwei Wochen vor der Prunksitzung fangen Robin Allebrodt, Alexander Luig und Kristof Stenzel mit den Arbeiten an. Dann sind die drei Techniker täglich in der Schützenhalle. Dazu kommen Mitglieder des CCV, Angehörige und Kumpels, die wertvolle Handlanger-Dienste verrichten. Es ist ein gewaltiger Aufwand, den die jungen Leute betreiben. Allein 80 Meter Traversensystem sind zu verlegen. Es gilt, 36 Scheinwerfer zu montieren und zu programmieren. Dazu gibt es 36 so genannte Moving Heads - also bewegliche Scheinwerfer.

Eine Woche vor der Prunksitzung wird dann die komplette Bühne mit Technik aufgebaut, bzw. hochgezogen. Jetzt kommt auch Mike Rudowski von der Firma Stage-Unit-HSK mit dazu. Er sorgt mit den Jungs zusammen für den Aufbau und das Abstimmen der großen Boxen. Der Cobbenroder Karnevalsverein hat in den vergangenen drei bis vier Jahren massiv in die Technik investiert. „Vor 15 Jahren hatten wir nur eine Disco-Kugel und eine Schwarzlicht-Röhre“, erinnert sich der frühere Präsident Rolf Schulte und schmunzelt. „Jetzt haben wir hier eine Technik wie beim Fernsehen.“

Zeichen der Zeit erkannt

Die Verantwortlichen des CCV haben die Zeichen der Zeit erkannt. „Wenn man bekannte Leute nach Cobbenrode holen will, braucht man modernste Technik“, weiß Thomas Funke, einer der vier Präsidenten, die den Vorstand präsentieren. „Ich rufe bei den Agenturen an, wen ich haben möchte. Dann heißt es erstmal: Cobbenrode? Wo ist das denn? Wenn ihr den- oder diejenige haben wollt, müsst ihr mindestens folgendes Equipment haben...“ Dann werde aufgezählt. „Und ich kann sagen: Kein Problem haben wir alles da.“ Alle Stars, die bislang in Cobbenrode waren, seien begeistert gewesen, was ein solch kleiner Ort und Verein alles zu bieten habe.

Für Robin Allebrodt, Kristof Stenzel und Alexander Luig ist erst am Rosenmontagnachmittag feiern angesagt. Bei den Sitzungen muss alles punktgenau passen: Musik, Beleuchtung, Playback, gewünschte Geräusche. Jede Bühnennummer hat ihre eigene Musik und Beleuchtung. Alkohol ist tabu, wenn die jungen Männer am Mischpult sitzen.

Und wenn sich die Besucher nach der Sonntagabendveranstaltung daheim in ihre Betten legen, um für den Rosenmontag fit zu sein, fängt für die drei Hobby-Techniker, die Arbeit noch einmal richtig an. Sie bauen nachts die komplette Bühne und Technik wieder ab, denn nach dem Rosenmontagszug wird die Halle schließlich zum Feiern gebraucht. Vor dem Zug gilt es dann noch, die eigenen Anlagen im Dorf zu installieren, um die Beschallung beim Umzug zu garantieren. Dienstags heißt es dann abbauen – bis zur nächsten Session...