Ermutigung zur Blutspende

Ein Mitarbeiter nimmt in einer DRK-Einrichtung in Hagen Blutkonserven aus einem Kühlschrank.
Ein Mitarbeiter nimmt in einer DRK-Einrichtung in Hagen Blutkonserven aus einem Kühlschrank.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Ausgerechnet zum Beginn der Frühjahrssaison bei den Blutspenden hat der DRK-Kreisverband Meschede Sorgen, Freiwillige könnten sich abschrecken lassen. Hintergrund sind Meldungen, dass Krankenhäuser und Kliniken weniger Blut benötigten. Kreisvorsitzender Lothar Wrede appelliert: „Leute, kommt bitte auch weiter!“

Meschede..  Auch soziologisch ist das interessant, meint Lothar Wrede, Kreisvorsitzender des DRK Meschede, wenn er Blutspendetermine betrachtet: „Da steht der Arbeiter genauso an wie der Mönch und der Bankdirektor“ – alle wollen sie Blut spenden, zum Wohle anderer. Das soll so bleiben. Im Moment, ausgerechnet zum Beginn der Frühjahrssaison bei den Blutspenden, hat er aber die Sorge, dass sich Freiwillige abschrecken lassen könnten von Meldungen, dass Kliniken weniger Blut benötigten.

Am kommenden Sonntag von 9.30 bis 13 Uhr und am folgenden Montag, 14. April, von 16.30 bis 20.30 Uhr sind im Mescheder DRK-Heim wieder Spendetermine, wo es eigentlich immer einen großen Andrang gibt. Wrede hofft, dass es wieder dazu kommt. Denn: „Wir sind weiterhin auf jeden Blutspender angewiesen.“ Zwar ist es richtig, sagt Stefan Büngener, der die Termine mit organisiert, dass der Bedarf an Frischblut nicht mehr so groß sei. Dafür wiederum ist der Bedarf an Blutpräparaten gestiegen (etwa für Krebs-Therapien oder bei Organtransplantationen), die aus Bestandteilen des Blutes gewonnen werden. Und die Gesellschaft werde älter. Den stärksten Blutbedarf gebe es gerade in den alten Bevölkerungsgruppen. Also: Blut wird weiter benötigt.

Sinnvolle Straffung von Terminen

Auch der Kreisverband Meschede ist von Streichungen von Terminen betroffen, die der DRK-Blutspendedienst mit Beginn des Aprils in den Dörfern umsetzt. Empfohlen wird Spendern, Termine in der Nachbarschaft wahrzunehmen. 2012 gab es in Meschede und Eslohe noch 70 Termine, 2013 waren es 68, 2014 werden es noch 60 sein. Kreisvorsitzender Wrede hat dafür auch Verständnis: Der organisatorische Aufwand für dreistündige Blutspenden sei enorm, bei einigen Terminen mit nur wenigen Blutspendern sei das nun einmal nicht kostendeckend. Eine Konzentration und Straffung von Terminen mache da durchaus Sinn: Für einen Doppeltermin am Sonntag/Montag in Meschede muss eben alles nur einmal aufgebaut werden.

Echte Sorgen macht sich Lothar Wrede mehr um die Frage, wie junge Leute als Neuspender gewonnen werden können: „Die Jüngeren rücken nicht mehr als Spender nach.“ Temporär hat das heimische DRK durchaus Erfolge – nämlich immer dann, wenn Termine an Schulen angeboten werden: „Wo die jungen Leute im Klassenverband aufgerufen werden, da gehen sie mit Begeisterung zum Spenden.“ Etwa am Berufskolleg oder, stärkstes Beispiel, an der Dachdeckerschule in Eslohe, wo 2013 von 164 Spendern gleich 127 Erstspender waren. Das Problem: Es gibt keine Regelmäßigkeit – „wenn die aus der Schule heraus sind, dann kommt es zum Bruch.“

Auf dem Land die meisten Spender

Gemessen an der Bevölkerungszahl, sind die Blutspenderzahlen im ländlichen Raum am höchsten. Die im Sauerland sind vier- bis fünfmal so hoch wie in den Ballungsräumen (wo es inzwischen auch private Konkurrenz für das DRK gibt, die Blutspendern Geld bezahlt).

2012 gab es in Meschede und Eslohe 6500 Blutspender. 498 davon waren Erstspender. 2013 kamen 6200 Freiwillige zu den Spenden, 475 davon erstmals. Wrede befürchtet, dass es durch den demographischen Wandel zu „massiven Problemen“ bei der Blutversorgung kommen werde. Ein Patentrezept hat Lothar Wrede auch nicht. Bei Ehrungen langjähriger Blutspender appelliert er stets: „Ich kann nur immer sagen: Leute, kommt bitte auch weiter! Macht Werbung fürs Blutspenden! Wir brauchen euch Blutspender!“