Erinnerung an das Ende des Zweiten Weltkrieges

Pfarrer Georg Schröder, Bürgermeister Bernhard Halbe, Zeitzeuge Josef Peitz und der Bürgermeister von Ebbinghof Martin Berges vor der Kapelle und dem Mahnmal in Ebbinghof.
Pfarrer Georg Schröder, Bürgermeister Bernhard Halbe, Zeitzeuge Josef Peitz und der Bürgermeister von Ebbinghof Martin Berges vor der Kapelle und dem Mahnmal in Ebbinghof.
Foto: Anike Engel
Was wir bereits wissen
In Ebbinghof erinnert nun ein Mahnmal an die Menschen, die noch kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges sterben mussten.

Ebbinghof..  Am Sonntag gedachten die Menschen in Ebbinghof einem Stück bedeutsamer und trauriger Geschichte ihres Ortes. In Ebbinghof fanden zum Ende des Zweiten Weltkrieges noch heftige Kämpfe statt, denen neben Soldaten auf Zivilisten zum Opfer fielen.

Nach einem Gottesdienst weihten Zeitzeuge Josef Peitz, Pfarrer Georg Schröder, Bürgermeister Bernhard Halbe und Martin Berges, Bürgermeister von Ebbinghof, mit einem Dorffest ein Mahnmal an der Kapelle ein. Es soll künftige Besucher an die Opfer des Zweiten Weltkriegs erinnern, die neben der Kapelle umkamen. Unter ihnen ein siebenjähriger Junge.

Granatsplitter im Kopf

„Es war mein Vetter Hans Wiemers aus Münster, der auf dem Arm seiner Mutter erschossen wurde und noch immer neben der Kapelle begraben liegt“, erinnert sich Peitz, 73-jähriger Bürger aus Ebbinghof. „Auch ich habe noch einen Splitter von den Granaten im Kopf. Er ist so groß wie eine Stecknadel und wird mich für immer an diesen Tag erinnern“, sagt Peitz.

Auch wenn die sterblichen Überreste von 26 deutschen Soldaten (die Amerikaner hatten ihre gefallenen Soldaten mitgenommen) einige Jahre nach dem Krieg auf Friedhöfe verlegt wurden, sind die Spuren des Krieges bis heute sichtbar. Einschusslöcher finden sich noch immer in den etwa 400 Jahre alten Kirchenbänken.

Auch in den alten Dorfeichen stecken die Erinnerungen: „750 Granateinschläge hat es hier gegeben. Die Eichen sind voller Splitter und nichts mehr wert. Man könnte sie allenfalls als Brennholz verwerten“, sagt Peitz.

Er war zum Kriegsende vor 70 Jahren drei Jahre alt. „Durch eigene Erinnerungen und Erzählungen meiner Eltern, Josef und Johanna Peitz, kann ich noch einige Erlebnisse wiedergeben“, sagt Peitz.

Er erzählte sie auch den Besuchern des Dorffestes und schrieb sie für weitere Besucher nieder. Im Anschluss an die Einweihung des Mahnmals feierten Ebbinghofer und Gäste mit Köstlichkeiten vom Grill, Kuchen und Kinderprogramm ihre „beispielhafte Eigeninitiative“, wie Bürgermeister Bernhard Halbe sie lobte.