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Erfolg für Schmallenberger Pferdezüchter mit Reitpony "Toffiffee"

05.09.2012 | 09:00 Uhr
Erfolg für Schmallenberger Pferdezüchter mit Reitpony "Toffiffee"
„Toffifee“ ist die beste dreijährige Stute in Deutschland in der Kategorie Reitpony. Sie kommt aus Schmallenberg vom Hof Gilsbach. Franz-Josef Gilsbach (3.v.r.) ist der Züchter. Sarah Haarlammert (4.v.r.) ist die neue Besitzerin.Foto: Privat

Schmallenberg.  „Toffifee“ ist schön, elegant, sportlich und hat einen guten Charakter – sie ist gebürtige Schmallenbergerin. Macht das die gute Schmallenberger Luft und das satte Grün auf den heimischen Weiden? In diesem Fall ist es wohl eher die Wahl der Eltern, die die Pferdezüchter Franz-Josef und Regina Gilsbach getroffen haben.

„Toffifee“ ist die beste dreijährige Stute Deutschlands in der Kategorie Reitpony. Beim deutschen Elitestuten-Championat im Juli diesen Jahres in Lienen hat die Schmallenberger Stute den ersten Platz belegt.

 Obwohl das preisgekrönte Reitpony mittlerweile in Lengerich lebt und im Besitz von Sarah Haarlammert ist, begleitet Franz-Josef Gilsbach seine Zuchttiere bei großen Wettbewerben. „Wenn wir unsere Tiere verkaufen, beobachten wir sie auch weiterhin. Der Züchter wird bei den Tierschauen auch immer genannt“, erklärt der 60-Jährige. „Im Gegensatz zu früher verdient der Züchter aber nur noch bei den ganz großen Wettbewerben anteilig am Preisgeld.“

Franz-Josef Gilsbach, der auch im Kreisvorstand des Zuchtverbands Westfalen ist, züchtet neben Reitponys auch Deutsche Klassikponys und Warmblüter. „Wenn man heute Pferde züchtet, muss man bei den Besten sein, um Geld damit zu verdienen.“

Auf zahlreiche Auszeichnungen ihrer Zuchttiere können Franz-Josef Gilsbach und seine Frau Regina zurückblicken. Die Klassikponys – eine deutsche Züchtung, angelehnt an das Shetlandpony – werden mit dem eigenen Hengst gezüchtet. „Für die Zucht der Reitponys haben wir gute Adressen, mit denen wir schon seit Jahren zusammenarbeiten“, so Franz-Josef Gilsbach.

Gerade bei den Klassik- und den Reitponys ist der Züchterfamilie – mittlerweile ist auch Sohn Peter in den elterlichen Betrieb eingestiegen – der Charakter besonders wichtig. „Das sind in der Regel Tiere für Kinder und Jugendliche und dementsprechend gutmütig müssen sie sein“, sagt Franz-Josef Gilsbach. Häufig werden die Ponys dann auch bei den Wettbewerben von Kindern vorgeführt.

Zebu-Rinder werden auch auf dem Hof Gilsbach in Schmallenberg gezüchtet.Foto: Laura Mock

Die Tiere vom Hof Gilsbach werden aber nicht nur innerhalb Deutschlands verkauft, sondern auch nach Ungarn, Holland, Russland, Österreich, in die USA usw. „Der Handel mit dem Ausland ist in den vergangenen Jahren rückläufig gewesen, jetzt zieht er aber wieder an“, so der 60-Jährige.

Auf eine andere Züchtung des Schmallenberger Hofes haben es die Ausländer schon seit einiger Zeit besonders abgesehen. „Seit mehr als 20 Jahren züchten wir Zebu-Rinder. Einen ganzen Schwung haben wir jetzt nach Belgien verkauft“, erzählt der Züchter.

INFO
Hof Gilsbach ist Familienbetrieb

Der Hof Gilsbach liegt am Ortsausgang von Schmallenberg Richtung Werpe auf der rechten Seite. Ursprünglich war der Hof in Schmallenberg direkt im Ortskern in der Weststraße 38-40.

Weil es dort mit den Tieren aber zu eng wurde – bis zu 32 Kühe hatte die Familie Gilsbach im Ortskern stehen – haben sie 1984 auf dem heutigen Grundstück den ersten Stall gebaut. 1989 sind sie dann komplett dorthin gezogen.

In Schmallenberg hatte die Familie Gilsbach zwar Kaltblüter, mit der Pferdezucht haben sie aber erst 1989 begonnen. 1999 haben sie die Milchkühe verkauft.

Nicht nur die Kombination mit den Pferden passe laut Gilsbach sehr gut, da die Rinder alles fressen – auch das, was die Pferde auf der Weide immer stehen lassen – und er sich so das Mulchen sparen kann.

Die Tiere seien außerdem extrem robust. „Zebu-Rinder sind die am Weitesten verbreitete Rinderrasse der Welt, es gibt sie in Ländern wie Afrika und Indien“, erzählt Gilsbach. Der Höcker des Buckelrinds ist sein Fettvorrat für schlechte Zeiten – mit Blick auf die zum Teil eher kargen Herkunftsländer eine schlaue Einrichtung der Natur. „Das Fleisch der Tiere ist daher kaum von Fett durchzogen“, schwärmt Franz-Josef Gilsbach. „Das Fleisch ist sehr rot und schmeckt in bisschen nach Wild, wir essen kein andere Rindfleisch mehr."

Laura Mock


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