"Einen Notfallplan muss man haben"
01.06.2007 | 12:03 Uhr 2007-06-01T12:03:02+0200Meschede/Schmallenberg. Salmonellenalarm im Krankenhaus: Erst meldete Fulda viele Infektionen, jetzt ist Dortmund betroffen. Wie reagieren die Krankenhäuser hier vor Ort auf diese Fälle?
Und: Was passiert, wenn - wie in Dortmund - die Klinik-Küche geschlossen werden muss?
Im Mescheder St. Walburga-Krankenhaus habe man sich bereits seit den Fällen in Fulda mit dem Thema Salmonellen beschäftigt, sagte Verwaltungsleiter Helmut Krampe der WR: "Ich habe sofort mit dem Küchenleiter und der Hauswirtschaft gesprochen und um erhöhte Aufmerksamkeit gebeten."
Sollte es trotzdem zu einer Entwicklung wie in Dortmund kommen, wo die Küche des Klinikums geschlossen wurde, sei die Versorgung der Patienten im St. Walburga gesichert, sagte Krampe: "Wir sind mit einem externen Caterer verbunden, über den wir aus einer anderen Küche versorgt sind. Einen Notfallplan muss man immer haben."
Externe Versorger jederzeit einsetzbar
Auch im Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft haben die jüngsten Salmonellen-Fälle für Aufmerksamkeit gesorgt: "Da denkt man schon dran. Und ganz davor schützen kann man sich nicht, wenn jemand etwa die Bakterien in die Klinik bringt", sagte Hygiene-Arzt Markus Wenzel.
In den letzten Jahren sei am Krankenhaus aber kein Fall aufgetreten. Die Klinik in Grafschaft habe Kontakte zu externen Versorgern, die im Notfall einspringen könnten, so Wenzel weiter.
Im Schmallenberger Krankenhaus St. Georg werden Patienten mit Magen-Darm-Erkrankungen oder Durchfall sofort isoliert, sagte Pflegedienstleiter Michael Schulte: "Man weiß ja nie, was dahinter steckt."
Danach seien Disinfektion und Isolation das A und O: "Zum Beispiel eigene Toiletten für die Patienten; Einweghandschuhe und Schutzkleidung für die Mitarbeiter."
Ein Maßnahmenkatalog sehe auch entsprechende Hinweise für Besucher und sichere Mülltrennung vor, so Schulte weiter. Ein konkreter Ausweichplan für den Küchen-Notfall liegt im St. Georg nicht vor: "Man müsste über externe Versorger nachdenken", sagte Schulte.
In der Mescheder Veramed-Klinik macht sich Küchenhilfe Günther Meier nicht viel Gedanken zum Thema Salmonellen: "Man wird zwar hellhörig, es ist aber kein großes Thema." Gefährdete Mahlzeiten wie Eierspeisen würden entweder gemieden oder entsprechend vorsichtig zubereitet, erklärte Meier.
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