Eine Senioren-WG im Bergkloster

Foto: SMMP/Ulrich Bock
Was wir bereits wissen
Im Bergkloster können demnächst auch Senioren wohnen. Zurzeit wird eine Etage des Schwesternhauses für eine ambulant betreute Wohngemeinschaft mit zwölf Plätzen umgebaut. „Die Arbeiten haben bereits begonnen.

Bestwig..  Dann könnten im Sommer die ersten Seniorinnen und Senioren einziehen“, freut sich Schwester Pia Elisabeth Hellrung, die gerade aus ihrem Amt als Provinzoberin ausgeschieden ist und das Projekt mit auf den Weg gebracht hat.

Die Umbaukosten von 400 000 Euro trägt die Ordensgemeinschaft. „Da dies ein Wohnbereich der Schwestern war, in dem jedes Zimmer schon eine eigene Nasszelle hatte, lässt sich die Umgestaltung zur WG gut realisieren“, so Schwester Pia Elisabeth. Investiert werde vor allem in den zentralen, gemeinsamen Wohnbereich, der auch eine Küche erhält.

Menschen mit Pflegestufe

„Das Angebot richtet sich an alle Menschen mit einer Pflegestufe und diejenigen, die ihren Alltag in den eigenen vier Wänden nicht mehr eigenständig organisieren können“, erläutert die Geschäftsführerin der Seniorenhilfe-Einrichtungen der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel (SMMP), Andrea Starkgraff.

Im Münsterland, im Ruhrgebiet und in Geseke ist die Seniorenhilfe SMMP Träger von sieben stationären Senioren-Einrichtungen, von drei ambulant betreuten Wohngemeinschaften sowie mehrerer Tagespflegen und ambulanter Dienste. In Geseke führt sie auch ein dreizügiges Fachseminar, das Altenpfleger ausbildet.

Alltagsbegleiter

„Die Zuwendung zu älteren Menschen hat in unserer Ordensgemeinschaft Tradition“, erklärt Schwester Pia Elisabeth. Gleichzeitig würden im Bergkloster Kapazitäten frei, da die Gemeinschaft kleiner wird. „Vor diesem Hintergrund ist es gewollt, dass sich unsere Konvente öffnen und sich im Alltag stärker mit unseren Einrichtungen, unseren weltlichen Mitarbeitern und unseren Nachbarn vernetzen“, so die Provinzoberin.

Für die neue „ambulant betreute Seniorenwohngemeinschaft Bergkloster Bestwig“ stellt die Seniorenhilfe SMMP vier bis fünf Alltagsbegleiter in verschiedenen Stellenumfängen ein. Darüber hinaus vermittelt sie die Pflege, die ein ambulanter Dienst übernimmt. Geleitet wird die Einrichtung zunächst von Annette Longinus-Nordhorn, die auch die zwei erfolgreich laufenden WGs im St. Franziskus-Haus in Oelde mit jeweils zwölf Plätzen aufgebaut hat. „Sie ist dann regelmäßig vor Ort und wird den Betrieb in der Anfangsphase intensiv unterstützen“, sagt Andrea Starkgraff. Das Angebot, im Kloster zu wohnen, habe Charme, sagt die Geschäftsführerin. Und Schwester Pia Elisabeth führt aus: „Zwar werden die Bewohner nicht mit uns Schwestern zusammenleben, aber zum Beispiel an unseren Gebetszeiten teilnehmen können.“ Ansonsten gestalteten die Senioren ihren Alltag selbst, wie das in einer WG üblich sei. Geplant ist auch, dass mit Schwester Veronika Walter eine Ordensschwester als Alltagsbegleiterin in der neuen WG tätig ist.