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Eine echtes Talent im Badminton

16.06.2012 | 12:00 Uhr
Eine echtes Talent im Badminton
Milena Hoffmann ist kleinwüchsig und spielt sehr erfolgreich Badminton. Foto: Daniela Köhler

Schmallenberg. Wer Badminton schlichtweg für Federball in der Halle hält, der kann sich beim SV Schmallenberg-Fredeburg eines Besseren belehren lassen. Badminton erfordert eine gute Kondition, Schnelligkeit, eine gute Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit sowie taktisches Geschick. Im Schmallenberger Raum ist Badminton äußerst beliebt, besonders auch bei Kindern und Jugendlichen.

Seit 37 Jahren bietet der Verein Badminton an, aktuell sind mehr als 80 Kinder zwischen 9 und 19 Jahren in den Schüler- und Jugendgruppen des Vereins aktiv. „Wir haben so viele Anmeldungen, dass wir zwischenzeitlich niemanden mehr aufnehmen konnten“, erzählt Monika Gilsbach, Jugendtrainerin der Badmintonabteilung des SV Schmallenberg-Fredeburg. Ein besonderes Talent des Vereins ist Milena Hoffmann.

Nur Engländerin unterlegen

Dabei ist Milena Hoffmann sehr viel kleiner als die Mannschaftskollegen in ihrer Altersklasse in der Badmintonabteilung. Mit nur 1,29 Meter Körpergröße ist sie aber schon heute eine Größe in ihrem Sport.

Regelmäßig nimmt sie an den Stadt- und Kreismeisterschaften teil, wurde im Behindertensportverband Vierte bei den Deutschen Meisterschaften im Einzel und Doppel, Zweite im Mix bei den German International. Bei den Europameisterschaften in Dortmund in der vergangenen Woche räumte die Schmallenbergerin noch mal richtig ab und kam als Vize-Europameisterin zurück ins Sauerland. Einzig ihrer Gegnerin aus England musste sie sich im Finale knapp geschlagen geben.

Dafür trainiert Milena ein bis zweimal die Woche in Schmallenberg und manchmal fährt sie zusätzlich nach Dortmund zum Training des Behindertensportverbandes. „Dort habe ich eine kleinwüchsige Freundin, die auch Badminton spielt“, erzählt sie.

Für die Schülerin stehen Spaß am Sport und eine gute Portion sportlicher Ehrgeiz im Vordergrund, auch wenn das Training enorm anstrengend ist.

Kraft und Ausdauer

Kraft und Ausdauer sind gefragt: „Weil ich kleiner bin als meine Gegner muss ich viel mehr laufen. Außerdem haben normal große Menschen eine größere Reichweite. Deshalb spiele ich gerne im Doppel, da kann man das Feld besser beackern“, erklärt sie und drischt mit Wucht die Bälle über das Netz, dessen obere Kante auf einer Höhe von 1,55 liegt. Probleme bei ihren Sport- und Mannschaftskollegen hat die 15-jährige wegen ihres Kleinwuchses nicht. Sie gehört einfach dazu. Auch sonst lebt sie das normale Leben aller Teenager. Sie besucht das Gymnasium der Stadt Schmallenberg, trifft ihre Freunde, lernt und hört Musik.

Nach der EM in Dortmund steht jetzt ein nicht ganz so angenehmer Termin auf ihrem Kalender. „Im Sommer muss ich drei Monate Pause machen, weil eine Operation an den Beinen ansteht“, sagt sie. Dabei sollen ihre Beine begradigt werden.

„Damit werde ich dann etwas größer“, erzählt sie weiter und fügt schmunzelnd hinzu, „ich hoffe, dass ich dadurch nicht zu viel größer werde, denn im Behindertensportverband kann man nur bis zu einer Größe von 1,35 Meter spielen.“

Von Daniela Köhler



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