Einbruchserie in Meschede und Bestwig

In der Polizeilichen Beratungsstelle in Meschede: Thomas Wüllner demonstriert, wie Einbrecher ein Fenster aufbrechen
In der Polizeilichen Beratungsstelle in Meschede: Thomas Wüllner demonstriert, wie Einbrecher ein Fenster aufbrechen
Foto: WP
Was wir bereits wissen
18 Einbrüche haben sich seit Anfang Januar im Mescheder Stadtgebiet (mit Schwerpunkt Bauernsiedlung) ereignet, sechs rund um Bestwig. Die Täter reisen womöglich über die Autobahn an.

Meschede/Bestwig..  Noch gibt es keine konkreten Spuren, aber Zusammenhänge sind offensichtlich: Einbrecher haben den Mescheder Norden und den Raum Bestwig für sich entdeckt. Polizei-Sprecherin Bianca Scheer bestätigt: „Das ist schon auffällig.“

18 Einbrüche haben sich seit Anfang Januar im Mescheder Stadtgebiet (mit Schwerpunkt Bauernsiedlung) ereignet, sechs rund um Bestwig. Beweisen lässt sich das derzeit noch nicht, weil keine Hinweise auf die Täter vorliegen. Aber die Nähe zur Autobahn ist auffallend: Reisende Einbrecher fahren von der Autobahn ab und suchen das nächste Wohngebiet heim. Nach Arnsberg in der Vergangenheit sind anscheinend jetzt Meschede und Bestwig an der Reihe.

Suche nach günstiger Gelegenheit

Gestohlen wurden vor allem Geld, Schmuck und Uhren. Das bestätigt die Erfahrungswerte der Polizei: „Die Täter nehmen Geld mit oder das, was sich leicht zu Geld machen lässt“, so Bianca Scheer. In zwei Fällen ließen die Täter gleich Münzsammlungen mitgehen.

Thomas Wüllner von der polizeilichen Beratungsstelle in Meschede räumt mit der Mär auf, Einbrecher würden sorgsam Tatorte ausspähen, womöglich weit im Vorfeld. Nein, das tun sie nicht: „Einbrecher haben keinen Terminplan. Das sind ganz spontane Taten.“ Sie lassen einen Komplizen im Auto zurück „und suchen dann die günstige Gelegenheit, wo gerade niemand zu Hause ist“. Zur günstigen Gelegenheit müssen dunkle Ecken an einem Grundstück hinzukommen, in die die Täter rasch und unerkannt schlüpfen können, um dort ins Gebäude einzusteigen.

Noch eine Mär: Einbrüche dauern nicht lange. Thomas Wüllner verdeutlicht es in der Beratungsstelle an einem ganz normalen Fenster – er braucht knapp zehn Sekunden, um es aufzubrechen. Im Gebäude halten sich Einbrecher maximal zehn Minuten auf: Sie suchen zielgerichtet Wohn-, Schlaf- und Badezimmer auf; dort, wo sich erfahrungsgemäß die Beute befindet. Und die Einbrecher wissen, wo sie zu suchen haben: Erstaunlicherweise, sagt Thomas Wüllner, verstecken die Leute immer noch ihr Bargeld im Schlafzimmer zwischen der Bettwäsche – „das wird offenbar von Generation zu Generation weitergegeben.“ Und das wissen auch Einbrecher. Schmuck liegt häufig im Badezimmer. Im Vorbeigehen nehmen Täter teure, kleinere Elektronikartikel mit, die herumliegen: Tablets, neue Notebooks, Navis oder Smartphones.

Verletzungsrisiko wird gescheut

In fast allen aktuellen Einbrüchen sind die Täter durch Fenster eingedrungen. „Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht“, sagt Wüllner. Aber es geht darum, es Tätern schwer zu machen: Weil sie es eilig haben, lassen sie dort ab, wo der Einbruch mühsam wird. „Bei der Haussanierung denkt jeder an Energieeinsparung, aber nur wenige an den Einbruchsschutz“, betont Wüllner. Er empfiehlt Fenster der Widerstandsklasse 2 – die halten einem Einbruchsversuch 15 Minuten stand. So viel Zeit hat kein Einbrecher. Nur in einem Fall der Einbruchserie wurde auch ein Fenster eingeschlagen: Das vermeiden Einbrecher eigentlich – das macht Lärm und erhöht ihr Verletzungsrisiko. Sie wollen schließlich keine DNA-Spuren hinterlassen.