Einbrecher ließ sich nachts einschließen

Im Amtsgericht Meschede
Im Amtsgericht Meschede
Foto: WP
In zwei Supermärkten hat sich ein Mann einschließen lassen, damit er in aller Ruhe die Regale ausräumen konnte. Jetzt stand er vor Gericht.

Bestwig/Arnsberg.. Generell sind Diebe nachtaktiv. In zwei Supermärkten hat sich ein Mann sogar nun einschließen lassen, damit er in aller Ruhe die Regale ausräumen konnte. Beim zweiten Versuch wurde er allerdings vom hauseigenen Sicherheitsdienst erwischt und musste sich nun vor dem Amtsgericht Meschede verantworten.

Einbrüche in zwei Supermärkten

Der 33 Jahre alte Mann bestahl am 9. März die Rewe-Filiale in Bestwig, nachdem die Mitarbeiter um 22.30 die Türen zugeschlossen hatten. Er nahm sich einen Müllsack und füllte diesen mit Tabakwaren im Wert von 582 Euro. Der Alarm wurde zwar irgendwann ausgelöst, und der private Sicherheitsdienst und die Polizei machten sich auf den Weg zu dem Supermarkt, aber der Täter war da bereits durch eine Notausgangstür geflüchtet.

Drei Tage später wollte der Mann die gleiche Taktik in einem Arnsberger Supermarkt anwenden. Doch dort wurde er vom Sicherheitsdienst entdeckt, als er wieder versuchte sich vor Ladenschluss zu verstecken. Die Polizei aus Bestwig wurde hinzugezogen, die Bilder aus der Überwachungskamera und DNA-Spuren abgeglichen. Das Ergebnis zeigte eindeutig, dass es sich definitiv um denselben Täter handelte.

Diebesgut für Heroin verkauft

Der Täter versuchte gar nicht erst, sich herauszureden und gab an „heroinsüchtig“ zu sein. Er habe nur für die Drogen geklaut und das Diebesgut aus dem Einbruch in Bestwig für die Hälfte des Preises an verschiedene Abnehmer verkauft.

Die Staatsanwältin verwies darauf, dass das schnelle Geständnis und die Suchterkrankung strafmildernd, die einschlägigen Vorstrafen in der laufenden Bewährung sich jedoch negativ auf das Strafmaß aus auswirkten.

Strafverteidiger Andreas Trode aus Iserlohn argumentierte zugunsten seines Mandanten und verwies auf das schnelle Schuldeingeständnis. „Wie schlimm die Sucht wirklich ist, können wir in unseren schwarzen Kitteln nicht ermessen.“

Das Urteil lautete: Diebstahl in besonders schwerem Fall und versuchter schwerer Diebstahl, wofür Richter Philipp Weidlich den Angeklagten zu zehn Monaten Freiheitsstrafe verurteilte. Der Angeklagte trat die Strafe auf eigenen Wunsch sofort an.