Ein Tag der kleinen Freuden und Liebesbeweise

Als Kind hat mich das Experiment Friedrich des Großen tief berührt. Der Kurfürst wollte feststellen, welche Sprache Kinder entwickeln, wenn sie ohne Ansprache und Zuwendung aufwachsen. Das Ergebnis des Experiments war erschütternd: Alle Kinder starben, wohl auf Grund fehlender sensorischer Stimulation.


Friedrich II. schrieb dazu: „Sie vermochten nicht zu leben ohne das Händepatschen und das fröhliche Gesichterschneiden und die Koseworte ihrer Ammen.“
Haben Sie schon mal über die Sprache der Zuneigung nachgedacht?


Sanft berühren – freundlich zulächeln – geduldig abwarten – liebevoll betrachten – herzlich umarmen – interessiert zuwenden – gefühlvoll streicheln – fröhlich Händepatschen – lustige Koseworte sprechen – behutsam tragen – kuscheln…


„Kinder brauchen Zeit, Zuwendung und Zärtlichkeit.“ (Johann Heinrich Pestalozzi) Aber nicht nur Kinder, alle Menschen, junge, alte und ich vermute auch Tiere (wenn ich den Blick meines Hundes sehe, wie er um Streicheleinheiten nachfragt), brauchen zum Wohlbefinden, zur Lebensfreude und manchmal auch zum wieder gesund werden die Zeichen der Zuwendung, der Zärtlichkeit.


Es sind oft kleine, unscheinbare Zeichen mit großer Wirkung. Vielleicht ist das ja der Grund, warum, fast ohne jedes gesicherte Wissen aus seiner Lebensgeschichte, Bischof Valentin zum „Heiligen der Zärtlichkeit“ wurde und der Valentinstag ein Tag der kleinen Freuden, der kleinen Überraschungen, der Freundschafts- und Liebesbeweise, der roten Rosen. Nicht nur die Floristen freuen sich über den Valentinstag, auch jede, jeder, der an diesem Tag ein Zeichen von einem Menschen bekommt, das ihm sagt: „Es ist wunderschön, dass es dich gibt“.

Theresia Brüggemann
, Gemeindereferentin im Pastoralen Raum Meschede-Bestwig