„Ein soziales Netz für die Patienten“

Stefan Schumannist neuer Geschäftsführer des Fachkrankenhauses Kloster Grafschaft
Stefan Schumannist neuer Geschäftsführer des Fachkrankenhauses Kloster Grafschaft
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Als neuer Geschäftsführer des Krankenhauses Kloster Grafschaft will Stefan Schumann weitere fachliche Kontakte knüpfen.

Grafschaft..  Seinen neuen Schreibtisch im Verwaltungsgebäude des Fachkrankenhauses Kloster Grafschaft hat Stefan Schumann kurz nach dem Jahreswechsel eingerichtet, mittlerweile hat er sich in seinem neuen Umfeld bereits eingelebt. Als neuer Geschäftsführer tritt er in die Fußstapfen von Werner Ernst. Im Gespräch mit dieser Zeitung spricht der 52-Jährige über seine Pläne im neuen Job und erklärt, was er am Sauerland am meisten schätzt.

Frage: Mussten Sie selbst schon mal ein Krankenhausbett hüten?

Stefan Schumann: Ja, leider. Ich habe mir mal beim Klettern die Muskulatur in der Schulter abgerissen, das war nicht gerade angenehm.

Dann haben Sie ja selbst eine Vorstellung davon, was Patienten zur Genesung brauchen.

Genau – ich halte die Rahmenbedingungen für sehr wichtig. Vor allem die persönliche Zuwendung der Ärzte, Therapeuten und Pfleger, gerade die innere Medizin ist eine sprechende Medizin. Aber auch die Zimmerausstattung und das Essen sind wichtig.

Wie steht es im Kloster Grafschaft um die Qualität des Essens?

Unser Küchenchef sorgt wirklich für eine hervorragende Qualität der Speisen. Ich esse selbst jeden Mittag hier, also genau das Gleiche, was die Patienten auch angeboten bekommen.

Was wollen Sie im Krankenhaus verändern?

Nach sechs Wochen kann ich nicht alles umkrempeln, aber ich kann versuchen, Dinge, die sich während meiner vorherigen Tätigkeit als gut herausgestellt haben, hierhin zu übertragen. Ganz wichtig ist für mich die Netzwerkbildung. Nicht nur innerhalb des Krankenhauses, sondern auch mit niedergelassenen Ärzten und sozialen Trägern. Als Krankenhaus hat man die Verpflichtung, ein soziales Netz für die Patienten zu schaffen, das sie auch nach der Entlassung auffangen kann.

Sie haben jahrzehntelange Erfahrung in der Leitung eines Krankenhauses – wie unterscheidet sich die von der Führung eines klassischen Wirtschaftsunternehmens?

Mittlerweile ist ein Krankenhaus ein Wirtschaftsunternehmen. Es kann allerdings nicht so leicht seine Gewinne steigern wie es in der freien Wirtschaft möglich ist. Hier im Kloster Grafschaft hat man allerdings früh erkannt, dass man sich breit aufstellen muss – vor allem über die Erweiterung durch die Kardiologie. Da hat mein Vorgänger hervorragende Arbeit geleistet. Hinzu kommt die starke Spezialisierung in der Lungenheilkunde.

Das ist der fachliche Teil, wie haben Sie sich privat bisher eingelebt?

Gut. Ich wohne direkt an der Annostraße und habe nur drei Minuten Fußweg bis zur Arbeit – bisher saß ich mehrere Stunden am Tag im Auto. Für mich ist außerdem die Landschaft hier einfach atemberaubend und ich liebe diese Ruhe, die man in der Großstadt nicht hat.Von daher freue ich mich schon besonders darauf, den Sommer hier zu erleben.