Ein seltenes Bild in Grafschaft

Elf Weißstörche auf einen schlag haben in Grafschaft gerastet.
Elf Weißstörche auf einen schlag haben in Grafschaft gerastet.
Foto: WP

Grafschaft..  Ein wirklich seltenes Bild hat unsere Leserin Lena Zeppenfeld vor wenigen Tagen in Grafschaft festgehalten. Elf Weißstörche auf einen Schlag hat sie gesehen und direkt die Kamera gezückt. „Auf dass das nächste Jahr in Grafschaft fruchtbar sein wird“, schreibt sie in ihrer E-Mail an uns.

„Elf Stück auf einmal, das ist schon ungewöhnlich“, sagt auch Werner Schubert von der Biologischen Station HSK in Bödefeld. Überhaupt sei der Weißstorch nur selten im Hochsauerlandkreis zu sehen.

Werner Schubert hat zuletzt im Frühjahr Weißstörche gesehen. „Das sind dann aber Nichtbrüter, die noch ein paar Jahre bis zur Geschlechtsreife brauchen“, erklärt Schubert. Die nächsten Weißstörche, die brüten, gebe es in Soest. Dort wurden im Frühjahr sechs Paare gezählt.

Related content Generell habe die Zahl der Brutpaare in NRW wieder zugenommen. Der Weißstorch bevorzugt aber offene Landschaften und große Feuchtgebiete für die Nahrungssuche. Im Hochsauerlandkreis, der eher Waldland ist, fühlt sich der Weißstorch daher nicht unbedingt wohl – dafür aber der Schwarzstorch. Zuletzt haben zwischen 20 und 25 Paaren Schwarzstörche im HSK gebrütet, weiß der Leiter der Biologischen Station.

Die Weißstörche, die Lena Zeppenfeld in Grafschaft beobachtet hat, sind auf der Durchreise. „Sie sind auf dem Weg nach Süden“, sagt Schubert. „Vermutlich handelt es sich um junge Tiere, die etwas später in den Süden ziehen.“

Wie lang die Weißstörche in Grafschaft Rast gemacht haben, kann Werner Schubert aus der Ferne nicht sagen: „Das können zwei Stunden sein, das können aber auch mal mehrere Tage sein.“

Interessant ist, dass alle elf Weißstörche beringt waren, wie ein Foto unserer Leserin in der Vergrößerung zeigt. „Es gibt bunte Ringe, die Mehrzahl sind jedoch Aluringe“, erklärt Werner Schubert. Letztere sind Ringe, die die staatlichen Vogelwarten befestigt haben. Ziel dieser Ringe ist es, die Zugrouten der Vögel zu ermitteln. „Wer mit dem Fernglas die Nummer auf einem Ring ablesen kann, sollte diese an die nächste Vogelwarte weitergeben. „Das ist ein nächster Baustein in der Zugvogelerforschung.“