„Ein Rückbau der Ortschaften sollte nicht das Ziel sein“

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Um dem demografischen Wandel etwas entgegen zu setzen, will die Gemeinde ihre Stärken stärken. In diesem Zusammenhang ist von Leistungsausweitungen und Gesundschrumpfen die Rede. Was bedeutet das konkret?

Das bedeutet, dass wir auf die Herausforderungen des demografischen Wandels keine allgemeinen, sondern passgenaue Antworten finden müssen. Zum Beispiel, indem wir Infrastruktur am Bedarf anpassen - was sich eben nicht nur auf die Anzahl der Einwohner, sondern auch auf die Altersstruktur bezieht. Und wenn wir Leistungen gemeinsam mit anderen erbringen, können wir auch etwas schaffen, was wir als einzelne Gemeinde vielleicht nicht mehr schultern können. Unser Teilstandort der Sekundarschule ist so ein Beispiel.

2 Sie haben es oft betont: Die Gemeinde kann dem demografischen Wandel nur bedingt entgegen steuern. Wie wichtig ist hier die Mithilfe der Bevölkerung?

Sie ist ganz enorm wichtig. Zum einen, indem man über Veränderungsprozesse informiert und Akzeptanz schafft. Und zum anderen, indem wir die Bürger auf verschiedenste Weise einbinden. Das Ehrenamt ist da nur ein Beispiel. Nachbarschaftshilfe oder neue Wohnformen wären andere Themen.

3 In Teilen Deutschlands befinden sich bereits erste Ortschaften im Rückbau. Droht so etwas langfristig auch in Bestwig?

Das kann ich mir bei unserem heutigen Kenntnisstand nicht vorstellen. Und es sollte auch gar nicht das Ziel sein. Vielmehr geht es doch darum, unsere Ortschaften gemeinsam mit den Bürgern so anzupassen, dass sie auch in Zukunft noch leistungsfähig und lebenswert sind.